1600 europäische NGOs haben kürzlich den Aid Watch Report 08 vorgestellt. In diesem Zusammenhang warnen sie davor, dass bis 2010 rund 75 Milliarden Euro weniger als von der EU zugesagt für die Ärmsten der Welt zur Verfügung gestellt werden, wenn die europäischen Regierungen ihre Entwicklungshilfepraxis fortsetzen wie bisher. „Gebrochene Versprechen kosten Leben“, sagt Ruth Picker, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung. Im Senegal sterbe jedes achte Kind vor seinem fünften Geburtstag, da konkrete Hilfe fehle. Der Aid Watch Report nimmt die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) der EU-Mitgliedstaaten und der EU-Kommission für 2007 unter die Lupe. Anlass zur Sorge bereitet vor allem das dramatische Absacken großer Geberländer wie Belgien, Frankreich und Großbritannien um mehr als 10 Prozentpunkte. Österreich konnte seine Leistung zwar von 0,48% auf 0,49% steigern, trotzdem weist Österreichs ODA einen Schönheitsfehler auf: Mehr als die Hälfte davon besteht u. a. aus Schuldenerlässen. „Entschuldungen sind notwendig und längst überfällig, können aber zur Lösung akuter Probleme nicht beitragen. Hier braucht es einfach mehr Geld“, so Heinz Hödl, Geschäftsführer der KOO. „Wir fordern Finanzminister Molterer und Außenministerin Plassnik auf, dies bei den kommenden Budgetverhandlungen für 2009/2010 zu berücksichtigen“, so Picker.