18. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A), 3. August 2008
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30.07.2008
So klein und wenig, so unbedeutend scheint oft der eigene Beitrag zu sein. Mehr ist einfach nicht da, nur fünf Brote und zwei Fische. Werden diese wenigen Dinge aber vorbehaltlos zum Einsatz gebracht und mit den anderen geteilt, so geschieht mit Gottes Segen das Wunderbare.
Evangelium
Mt 14, 13–21
Als Jesus all das hörte, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns. Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; diese aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.
1. Lesung
Jes 55, 1–3
Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung! Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht? Hört auf mich, dann bekommt ihr das Beste zu essen und könnt euch laben an fetten Speisen. Neigt euer Ohr mir zu, und kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben. Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen gemäß der beständigen Huld, die ich David erwies.
2. Lesung
Röm 8, 35. 37–39
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? [. . .] Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
jetzt
jetzt ist die Zeit nicht irgendwann und hier der Ort an dem das Wichtigste geschieht
ganz Auge Ohr und Herz im Augenblick
die Wunder sehen den Puls des Lebens spüren und aufmerksam bei mir und anderen sein
Almut Haneberg
Wort zum Sonntag
Seelsorge im Zeichen des Teilens
Im Kirchengebälk rumort und kracht es. Allerorts werden Pfarren umorganisiert, Seelsorgeräume und Pfarrverbände werden errichtet – nicht ohne Not: In der Diözese Innsbruck rechnen wir in einigen Jahren mit etwa 80 aktiven Priestern für die 285 Pfarren und Seelsorgestellen. Und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Wie soll das gehen? Sollen die Leute weggehen und sich anderswo seelsorglichen Beistand suchen? Oder müssen wir sie erst gar nicht mehr wegschicken, weil sie vom kirchlichen Christentum eh nichts mehr erwarten?Unsere seelsorgliche Situation kommt mir in den Sinn, wenn ich die Bedenken der Jünger höre: „Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns. Schick doch die vielen Leute weg, damit sie sich zu essen kaufen können!“ Aber die Antwort Jesu könnte klarer nicht sein: „Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!“ Nein, er erwartet nicht, dass seine Jünger Wunderwuzzis sind. Aber er erwartet, dass sie das Vorhandene nicht sparsam und kleinlich berechnend einsetzen, sondern einfach das Ihre geben – in Jesu Hände. Mit dem so geteilten Brot werden alle satt. Bei der Bildung größerer Seelsorgeeinheiten kommt oft die Angst auf, dass die vorhandenen Mittel für die Zukunft nicht ausreichen könnten. Aber Jesus sagt einfach: Gebt ihr ihnen zu essen! Er ermutigt uns alle, unser Christsein unter dem Vorzeichen des Teilens zu leben. Das ist nachhaltiger als auf eine große Kirchenreform zu warten oder ängstlich auf das Kirchenrecht zu pochen. Seelsorge ist kein Privileg für Amtsträger, sondern ein/e jede/r hat etwas zu geben, Frauen und Männer, Junge und Alte, Ehrenamtliche und geweihte bzw. angestellte Amtsträger: Charismen, Ideen, Zeit ... Jesus macht uns Mut zu teilen, was uns selber stärkt und leben lässt. Damit alle satt werden und niemand hungrig weggehen muss.
Zum Weiterdenken
Was mich selber stärkt, wird durch Teilen nicht weniger, sondern mehr! Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast! (Fr. Roger Schutz)
Alois Gedl, Pastoralassistent im Seelsorgeraum Tannheimer Tal und Jungholz (Diözese Innsbruck), Gemeindeberater in Ausbildung. Den Autor erreichen Sie unter