Linz-St. Markus: Das Arztehepaar Baumgartner geht nach Guinea (Afrika)
Ausgabe: 2008/32, Gemeinschaft Emmanuel, St. Markus, Baumgartner, Guinea, Fidesco
06.08.2008
- Josef Wallner
Dass zwei Ärzte für zwei Jahre in einem der ärmsten Länder Afrikas arbeiten wollen, ist schon außergewöhnlich, doch damit nicht genug: Maria und Johannes Baumgartner unternehmen den Einsatz mit ihren drei Kindern. Ein Kindheitstraum, der auch im Erwachsenenalter nicht verflogen ist, hat sie einander näher gebracht. Schließlich ist daraus eine Partnerschaft fürs Leben geworden. Maria Baumgartner stammt aus Linz-Christkönig, ihr Ehemann Johannes aus Kematen an der Krems. In ihrer Studentenzeit haben sie ihre geistliche Heimat in der Gemeinschaft Emmanuel gefunden. Als sie sich während des Turnus, der praktischen Ausbildung für Ärzte, in Linz näher kennenlernten, merkten sie, wie sehr sie auch der Wunsch verbindet, als Mediziner in der „Dritten Welt“ tätig sein zu wollen. Heute sagen sie: „Wir haben in unserem bisherigen Leben so unglaublich viel geschenkt bekommen, dass wir nun versuchen wollen, ein ganz klein wenig an unsere armen Geschwister in Afrika weiterzugeben.“
Aufbruch. Am 18. August 2008 ist es so weit: Die beiden dreieinhalbjährigen Zwillinge Jakob und Paul und der neun Monate alte Stephan brechen mit ihren Eltern nach Guinea auf. Maria und Johannes Baumgartner werden in einer Ambulanz arbeiten, die Fidesco, die Entwicklungshilfeorganisation der Gemeinschaft Emmanuel, 1987 aufgebaut hat.
Armenambulanz. Die Armenambulanz „St. Gabriel“ liegt am Stadtrand der Metropole Conakry und ist die größte derartige Einrichtung des Landes. Johannes Baumgartner wird sich dort um die 400 bis 500 Patienten täglich kümmern, seine Frau Maria in der Geburtenstation mitarbeiten. Da 99 Prozent der Frauen beschnitten sind, bedeutet das schmerzhafte Geburten, die häufig mit Komplikationen verbunden sind. Das Ehepaar Baumgartner war schon auf Kurzeinsätzen in Indien, auf den Philippinen und auf Peru. Die beiden Mediziner wissen daher, worauf sie sich einlassen. In der Dauer von zwei Jahren sehen sie aber doch eine besondere Herausforderung. Eines sind sie sich dennoch sicher: „Wir werden mehr bekommen, als wir medizinisch geben können.“
Chance für die Kinder. Die Baumgartner-Buben werden mit einem gleichaltrigen belgischen Mädchen halbtags von einem Kindermädchen betreut. „Wir glauben, dass es für unsre Kinder eine einmalige Gelegenheit sein wird, offen zu werden für andere Kulturen mit ihren Nöten und Freuden“, sagt das Arztehepaar.