Kaum sitzen die Regierungsparteien nicht mehr im gemeinsamen Boot, werden die Wähler/innen in rascher Abfolge mit Vorschlägen zur Lösung drängender Probleme überrascht. Da präsentieren beide „Lager“ Pakete gegen die Teuerungswelle, Kindergärten sollen wenigstens ein Jahr lang gratis besucht werden können, um soziale Ungleichheiten besser abzufangen; das Pflegegeld soll angehoben werden und die umstrittenen Ver-mögensgrenzen und Regress-bestimmungen für Pflegezuschüsse sollen fallen; auch die Familienbeihilfe soll nach acht Jahren wieder angehoben werden. Bei all diesen Punkten wissen die Parteien, dass sie hier der Bevölkerung ein Angebot machen müssen, weil der Hut brennt. Und bei all den genannten Bereichen liegen die Vorschläge der Noch-Regierungsparteien nicht so weit auseinander. Als Zuschauer/in fragt man sich betroffen: Warum ging das nicht miteinander?
Die Rechnung zahlen die Kunden
Mindestens ein Drittel der massiven Kostensteigerungen bei Nahrungsmitteln ist in Österreich selber gemacht. Daran lassen seriöse Studien keinen Zweifel. Die Bauern aber sind nicht die großen Nutznießer. Manche vermuten die großen Preisschübe beim Handel. Dieser wehrt sich und betont, dass er nur die gestiegenen Kosten weitergebe. Vor allem die längeren Öffnungszeiten schlagen sich auf die Lohn- und Betriebskosten nieder. Aber niemand hat diese von den großen Ketten betriebenen längeren Öffnungszeiten gefordert – so wie auch niemand offene Geschäfte am Sonntag braucht.