Die gute Nachricht vorweg: Von den Oberhäuptern der georgischen und der russisch-orthodoxen Kirche bekommen die Politiker keine Unterstützung für ihren Krieg um die Provinz Südossetien. Mit Religion ist in dieser Region kein Krieg mehr zu machen. Das ist nicht wenig, wenn man bedenkt, dass die Kirchen der ostkirchlichen Tradition eine oft sehr unkritische Nähe zu ihren Regierungen haben. Seit Monaten schon hat der georgische Patriarch Elias II. an die georgischen, südossetischen und abchasischen Politiker appelliert, die Probleme im Dialog zu lösen. Die georgisch-orthodoxe Kirche möchte alles tun, um das Vertrauen zwischen den Volksgruppen wiederherzustellen, so seine Selbstverpflichtung. Und von der anderen „politischen Seite“ ließ der Moskauer Patriarch Aleksij II. keinen Zweifel aufkommen, dass der Krieg inakzeptabel ist. Das sind von den Kirchen der beiden Seiten klare Worte. Dass sie von Papst Benedikt XVI. unterstützt werden, der hier ganz in der Tradition des absoluten Kriegsgegners Johannes Paul II. steht, ist selbstverständlich. Doch nun zur schlechten Nachricht: Wenn mit Religion kein Krieg mehr zu machen ist, so zeigt sich doch: Mit Religion war der Krieg im Kaukasus aber auch nicht zu verhindern.