Höher, schneller, weiter. Die Hoffnung auf Bestleistungen lässt viele Sportler Grenzen überschreiten. Besonders häufig sind es Nachwuchssportler, die ihre Gesundheit riskieren.
Sieg oder Niederlage. In gewichtsabhängigen Sportdisziplinen wie Judo, Karate oder Skispringen können darüber neben Talent und Trainingsehrgeiz ein paar wenige Gramm entscheiden. Besonderes jene, die „zu viel“ sind und zu einem sportlichen Wettstreit mit einem – im doppelten Sinn - schwereren Gegner führen bzw. erhebliche Nachteile bei der Weitenjagd mit sich bringen. Die große Gefahr besteht deshalb, dass sich Sportler/innen schlank hungern, um bessere Leistungen zu erbringen. Diese absichtlich herbeigeführte Magerkeit, die Beginn einer lebenslangen Essstörung sein kann, betrifft immer öfter auch Jugendliche. Der Grazer Jugendmediziner Prof. Peter Scheer beobachtete in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Magersucht bei jungen Sportlern. Risikobehaftet sind laut Scheer neben den gewichtsabhängigen Disziplinen auch Ausdauersportarten wie Radfahren oder Schwimmen.
Wachstumsverzögerungen. Der Jugendmediziner warnt davor, dass der „Übergang vom ,Hungern für den Sieg’ in eine Essstörung fließend ist“. Gesund ist der Sport dann schon lange nicht mehr, die Folgen sind verheerend: Die körperliche und soziale Entwicklung ist eingeschränkt, das Wachstum verzögert, die Knochendichte herabgesetzt. Damit es gar nicht so weit kommt, zählt vor allem die richtige Einstellung, raten Sportmediziner: Körpergewicht und Körperzusammensetzung dürfen niemals mit fehlendem Erfolg in Verbindung gesetzt werden, die eigenen Grenzen müssen anerkannt werden.
Vorstufe zu Doping. Eine Diät ist bei Sportlerinnen eigentlich unnötig, eine reichliche und ausgewogene Ernährung entspricht dem benötigten Energiebedarf. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang auch der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln in Sportvereinen. Die Einstellung, immer etwas zusätzlich zu brauchen, sei gefährlich, betont etwa die deutsche Ernährungswissenschaftlerin Sandra Kocksch: „Die Einnahme von Vitaminen führt oftmals zu einer Tablettenmentalität, was den Einstieg in eine Dopingmentalität bedeuten kann.“ Wer schon als Jugendlicher Präparate jeglicher Art als probates Mittel der Problemlösung erfährt, sei verstärkt suchtgefährdet.