„Leben“ und „bleiben“ sind sprachgeschichtlich verwandt. Bleiben hat einen altgermanischen Wortstamm, der „haften“ bedeutet. Wer bleibt, lebt. Er hat eine Bodenhaftung, eine Verbindung mit seinem Ort.
Wer sich für einen menschenfreundlichen Staat einsetzt und ein Menschenrecht auf ein Bleiben-Können für jene Asylwerber/innen verlangt, die seit vielen Jahren bei uns leben und gut integriert sind, bringt „bleiben“ und „leben“ in ihrer seit langem bestehenden Verwandtschaft zusammen. Bleiben können heißt leben können.
Wer eine Bleibe hat, hat das Leben. Noch ist es kein Leben in Fülle, zu dem Christen glauben, unterwegs zu sein. Aber ein Leben, das leben lässt. Wenn ein Staat solches Bleiben abspricht, handelt er lebensfeindlich. Ein humaner Staat lässt solche Lebensfeindlichkeit bleiben; und christliche Politiker umso mehr.
Österreichs Politik geht in Asylfragen viel zu leicht dem Stammtisch auf den Leim. Dieser fordert Härte beim Asylzugang. – „Leim“ ist übrigens auch verwandt mit den Worten „leben“ und „bleiben“. Doch dieser Stammtisch-Leim verklebt das Leben!