Ingo Glückler, Bibliotheksdirektor der KTU Linz, zeigt Kostbarkeiten, die im Keller lagern
Ausgabe: 2008/35, Ingo Glückler, Bibliothek, KTU
02.09.2008
- Isabella Unfried
Raritäten werden nicht nur in Museen ausgestellt. Auch die Bibliothek der Katholisch- Theologischen Privatuniversität Linz (KTU) präsentiert ihre wertvolle Sammlung.
Lange Nacht. Das Archiv und der Tresorraum der Bibliothek der KTU sind nicht öffentlich zugänglich. Nur im Rahmen des EU-Projektes „Lange Nacht der Forschung“ am 26. September 2008 können Interessierte einen Blick auf die Kostbarkeiten werfen, die dort lagern. Die Führungen werden von Vorträgen begleitet. Ingo Glückler und sein Team präsentieren folgende Themen: „Von der Rolle zur Scheibe – Die Heilige Schrift im Laufe der Jahrtausende“ und „Quo Vadis, Liber? – Bibliothek im Wandel.”
Architektur. Die Bibliothek ist im Neubau der KTU untergebracht. „Man geht von Alt nach Neu“, beschreibt Bibliotheksdirektor Glückler die Architektur: „Wie in der Theologie verbindet sich hier Traditionelles mit Neuem, die Vergangenheit mit der Gegenwart, das Barocke mit der Moderne. Es scheint, als würden im lichtdurchfluteten zweistöckigen Lesesaal die Bibelwissenschaften die im Stockwerk darunter angeordneten Fächer wie Dogmatik, Pädagogik oder Kunstwissenschaften erleuchten.“ Über 260.000 Bücher zählt der Bestand der Universitätsbibliothek. Weitere 100.000 Bücher aus Schenkungen lagern, noch weitgehend ungesichtet, im Magazin. Die Bibliothek der KTU ist somit die drittgrößte ihrer Art in Oberösterreich.Kostbare Handschriften. Die wertvollen Tresorbestände der KTU umfassen Handschriften, Inkunabeln – Druckwerke aus der Frühzeit des Buchdrucks – und Frühdrucke bis zum Jahr 1650. Das älteste Buch, das sich im Besitz der Bibliothek befindet, ist eine 16-seitige karolingische Handschrift aus dem Jahr 830. Diese Sammlung von Predigten, wahrscheinlich aus dem Salzburgeraum, wurde mit Handschriften jüngeren Datums in einem Band zusammengefasst.
Geküsst. Ein besonderes Juwel ist ein Messbuch aus dem 12. Jahrhundert. Es war offensichtlich lange Zeit in Verwendung. Davon zeugt die darin enthaltene Kreuzesdarstellung. Diese wurde während des Gottesdienstes geküsst und zeigt daher schwere Abnützungserscheinungen.
Zur Person
Bibliotheksdirektor Dipl.Theol. Ingo Glückler
- geboren am 21. März, 1967 in Konstanz am Bodensee - 1992 Abschluss des Studiums der Reformations- und Kirchengeschichte in Aberdeen, Schottland - 1996 Abschluss des Studiums der evangelischen Theologie in Heidelberg - 2004 Abschluss des Studiums der Bibliotheks- und Informationswissenschaften an der Humboldtuniversität zu Berlin - Seit 1. Juni 2005 Direktor der Bibliothek der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz