Der ORF hat uns Montag und Dienstag Abend einen Zweiteiler mit viel Mystery, vor allem aber mit viel Mist beschert. Dem Titel „Bibelcode“ entsprechend war das Ganze mit einem gehörigen Schuss Bibel garniert: Die junge Johanna macht sich auf auf die Suche nach dem Bibelcode – einer geheimen Buchstabenkombination, die im ursprünglichen Bibeltext verborgen ist und die eine für die Kirche dringende Warnung enthält: Der Papst soll ermordet werden. Die Idee, einen Text im Text zu suchen, geht auf die mystische Bewegung der Kabbala zurück. Doch man braucht sich gar nicht mit der verborgenen Bedeutung von hebräischen Buchstaben herumschlagen – der „normale“ Text der Bibel ist schon oft wie ein Code. Nicht wenige haben beim Bibellesen das Gefühl, es mit einer Geheimschrift zu tun zu haben, die Experten zum Entziffern braucht. Zugegeben, manche Bibelstellen sind schwer zu verstehen, doch Frère Roger Schutz, der Gründer der Mönchsgemeinschaft von Taizé hat eine einfache Methode entwickelt, den „Bibelcode“ zu knacken. Dazu muss man kein Mathematiker sein und befreiend wirkt seine Methode noch dazu. Roger Schutz sagt: „Lebe das vom Evangelium, was du begriffen hast, und sei es noch so wenig.“