Die Flüchtlingstragödie im Mittelmeerraum nimmt kein Ende. Dass Menschen vor allem aus Afrika vor Krieg, brutalen Diktaturen, Arbeitslosigkeit und Hunger nach Europa fliehen, ist verständlich. Dass sie sich dabei auf eine gefährliche Überfahrt auf zu kleinen und übervollen Booten übers Meer begeben, lässt tief blicken und zeigt, wie aussichtslos ihre Situation in der Heimat sein muss. Und diese Flucht nach Europa beginnt für die meisten Flüchtlinge nicht erst bei der Fahrt über den Ozean – für Viele führt der Weg vorab oft monatelang durch die Wüste. Ein waghalsiges Unterfangen. Doch der Wille zu überleben ist stärker, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft treibt diese Menschen an. Einer ihrer Zielpunkte nach Europa ist die italienische Insel Lampedusa. Nahezu täglich treffen dort Boote mit hauptsächlich afrikanischen Einwanderern ein. Etliche sind auf ihrer Flucht ums Leben gekommen. Jene, die es geschafft haben, sind froh, ihrer Not im Sudan oder in Eritrea entkommen zu sein. Doch sie wissen nicht, wie es weitergeht. Länder wie etwa Italien, Spanien oder Griechenland, die direkt mit den Flüchtlingsströmen konfrontiert werden, sind völlig überfordert. Hier sind die EU-Staaten gefordert, „geeignete Initiativen und Strukturen zu entwickeln, die den Bedürfnissen der illegalen Einwanderer entsprechen“, so der jüngste Appell des Papstes an die EU. Doch solange die Regierungen der Ursprungsländer der Migranten nicht dafür sorgen, für die Menschen ihrer Länder lebenswerte und existenzsichernde Bedingungen zu schaffen, wird der Strom der Flüchtlinge nach Europa noch lange nicht abreißen.