Bei den Nationalratswahlen am 28. September dürfen erstmals auch Jugendliche ab 16 wählen. Eine aktuelle Studie zeigt dabei, dass erstaunlich viele Jugendliche das Gleiche wie die Eltern wählen.
Das Demokratiepaket war einer der wenigen Punkte, wo sich die große Koalition ohne langen Streit rasch einig war. Rot und Schwarz haben damit im vergangenen Jahr unter anderem die Senkung des Wahlalters beschlossen. Österreich ist das erste europäische Land, in dem 16- und 17-Jährige auf nationaler Ebene wählen dürfen. Insgesamt sind es bei den Neuwahlen am 28. September 184.000 Jüngstwähler, die knapp drei Prozent der Stimmen ausmachen und über fünf der 183 Mandate entscheiden können.
Wählen wie die Eltern. Zu einem erstaunlichen Ergebnis kommt eine Studie zur Jungwählerschaft in Österreich. Wenn beide Elternteile das Gleiche wählen, stimmen zwischen 60 und 90 Prozent der Jugendlichen ebenfalls für diese Partei, fand Studienautor Dr. Peter Merschitz heraus. Junge Wähler sind demnach in ihrem Wahlverhalten sehr stark von Mama und Papa beeinflusst. Bei den Parteien wie der ÖVP oder der SPÖ sind es 60 bis 70 Prozent, bei kleineren Parteien sind es sogar 80 bis 90 Prozent. „Die jungen Menschen übernehmen von einem politisch homogenen Elternhaus größtenteils Werte und Einstellungen, die im Laufe ihres Lebens nicht mehr am Prüfstand stehen“, sagt Merschitz. Die größte Ausnahme bilden die Töchter von konservativen Eltern, die sich von deren Ideologie meistens eher abwenden.
Hohe Wahlbeteiligung. Egal, ob stark von den Eltern geprägt oder nicht – für junge Menschen hat Mitbestimmung einen hohen Stellenwert (Jugendstudie des Landes OÖ). Immerhin 88 Prozent der oberösterreichischen Jugendlichen ist dieses Thema wichtig. Bei den Landtagswahlen, wo 16-Jährige bereits an die Urnen durften, gab es unter der jüngsten Altersschicht übriges eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung wie bei den Erwachsenen. Traditionelle Politik wird dagegen – laut eine Studie des Österreichischen Insituts für Jugendforschung – als weniger bedeutend eingestuft.
Wen wählen?
Du weißt noch nicht, wen du wählen sollst? Keine Panik, erstens bist du damit in guter Gesellschaft und zweitens kannst du auf www.wahlkabine.at abtesten, inwieweit deine Positionen mit denen der politischen Parteien übereinstimmen.