Nach einer Welle der Gewalt nationalistischer Hindus gegenüber Christen fand eine Demonstration statt
Ausgabe: 2008/36, Indien, Gewalt, Christen, Orissa, Radio Vatikan, Misereor, Telephore Placidus Toppo, Ranchi, Hindu
03.09.2008
Der ostindische Bundesstaat Orissa ist seit 23. August Schauplatz schwerer Ausschreitungen zwischen nationalistischen Hindus und Christen. Insgesamt habe es mehr als 100 Tote gegeben, meldete Radio Vatikan. Zuletzt war von 22 Toten die Rede gewesen. Wegen der andauernden Gewalt sind rund 15.000 Christen auf der Flucht. 1500 Häuser von Christen seien zerstört, 50 Kirchen gebrandschatzt und geplündert, so das deutsche katholische Hilfswerk Misereor. Aus Protest gegen die Übergriffe haben Indiens Bischöfe am vergangenen Freitag alle katholischen Schulen im Land geschlossen. Mehr als zehn Millionen Kinder und Jugendliche besuchen die rund 20.000 Bildungseinrichtungen der 160 indischen Diözesen und 240 Ordensgemeinschaften. Kardinal Telesphore Placidus Toppo, Erzbischof von Ranchi, sagte, die Christen, zu 70 Prozent Kastenlose, würden zunehmend als Bedrohung für das hierarchische Kastensystem angesehen. Unter den 1,15 Milliarden Einwohnern Indiens stellen Christen eine 2,3-prozentige Minderheit dar. Auslöser der Gewalt war die Ermordung des fundamentalistischen Hindu-Führers Swami Laxamananda Saraswati am 23. August durch Unbekannte. Radikale Hindu-Organisationen bezichtigen Christen der Tat. Die indische Bischofskonferenz hingegen macht maoistische Rebellen für den Mord verantwortlich.