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Für die Natur vor der Haustür

„Gartln“ ist für viele ein schönes Hobby. Dabei soll gelten: arbeiten und genießen
Ausgabe: 2008/36, Gartln, Rasenmähen, Samen, Wildnis, Torf, Umweltberatung, Ökologie, umweltfreundlich gärtnern
03.09.2008
- Judith Moser-Hofstadler


Im Garten kann man in der und auch für dieNatur arbeiten. Vom Samen bis zum Rasenmähen gibt es unzählige Möglichkeiten, der Umwelt etwas Gutes zu tun.

Umweltbewusst zu arbeiten fängt schon bei der Auswahl der Samen und Pflanzen an. Biologisch produziertes Saatgut ist auch für den eigenen Körper gesünder. Biologische Pflanzen sind meistens robuster, weil sie über Generationen an die Lebensbedingungen ohne Pflanzenschutzmittel und mineralische Kunstdünger angepasst sind.

Nachhaltiges Holz. Im Garten hat man viel mit Holz zu tun: Schaufelstiel, Spielgerät, Gartenbank, die „Umweltberatung“ empfiehlt dafür Holz aus regionaler Forstwirtschaft zu wählen oder Holz mit den Zertifikaten „FSC“ oder „PEFC“. Diese Siegel werden nur für Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung vergeben. Viele Hölzer im Gartenbereich werden chemisch behandelt und sind deshalb später als Problemstoff zu entsorgen. Umweltfreundlicher sind unbehandeltes oder mit umweltfreundlichen Lasuren behandeltes Holz. Interessant ist ein neues Verfahren, mit dem Thermoholz hergestellt wird, das sehr widerstandsfähig ist. Dieselben Kriterien gelten selbstverständlich für Kinderspielgeräte.

Gute Erde. Bei der Erde soll man darauf achten, dass sie torffrei ist. Denn mit dem Torfabbau werden Moorlandschaften für immer zerstört. Erden mit dem österreichischen Umweltzeichen erfüllen die höchsten Kriterien. Wertvollen Kompost kann man auch selbst aus Gartenabfällen herstellen.

Nützliche Gartenbewohner. Zur Schädlingsbekämpfung leisten natürliche Nützlinge große Dienste. Gärtner/innen, die Insekten, Igel und andere Tiere für sich arbeiten lassen wollen, müssen aber ein wenig „Mut zur Unordnung“ haben: abgeschnittene Zweige von Stauden in einem „wilden Eck“ liegen lassen, genauso leere Schneckenhäuser oder dürre Äste. Mit Efeu bepflanzt sieht das auch hübsch aus. Ein regengeschützter Hartholzblock mit Löchern kann ebenso eine Wohnung für Gartenhelfer sein. In Trockensteinmauern oder Steinhaufen können sich Zauneidechsen oder Wildbienen wohlfühlen.

Blumen im Rasen. Weniger Arbeit als ein penibel gepflegter Rasen macht ein Blumenrasen oder eine Naturwiese. Ein Zierrasen braucht sehr viel Pflege mit Mähen, Gießen, Vertikulieren, Düngen. Viel Zeit und Energie müssen dafür aufgewendet werden. In einem weniger genutzten Teil des Gartens ist eine Naturwiese eine gute Alternative dazu. Sie wird weder gedüngt noch bewässert und muss nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. Wer es nicht ganz so „wild“ mag, kann einen Blumenrasen anlegen, in dem außer Gräsern auch einige Blumenarten wachsen. Blumen sollte man etwa zwei Wochen vor den Grassamen säen, damit sie einen Startvorteil beim Wachsen haben. Samen können beim Spaziergang gesammelt werden oder es gibt sie in Spezialhandlungen zu kaufen. Wer Wildblumensamen kauft, sollte darauf achten, dass sie auch wirklich für die entsprechende Fläche geeignet sind. Für Blumeninseln im bestehenden Rasen muss die Grasnarbe stellenweise abgehoben und die Erde gelockert werden. Gesät wird März bis April oder September bis Oktober. Die Samen werden vorsichtig eingetreten oder gewalzt. Die Wiese wird nach der Hauptblütezeit gemäht (Juli, August). Wer in mehreren Etappen mäht, gibt Tieren immer eine Rückzugsfläche. Und ein kleiner Wiesensaum, der stehen bleibt, bietet Schmetterlingen und anderen Insekten ein Winterquartier.

Ökologisch mähen. Umweltschonend mähen kann man mit einer Sense. Ein händisch betriebener Spindelmäher eignet sich gut für Rasen, der oft gemäht wird. Strombetriebene Rasenmäher sollten mit Ökostrom fahren, für benzinbetriebene Rasenmäher empfiehlt die Umweltberatung Gerätebenzin, weil es nahezu frei von krebserregenden Inhaltsstoffen ist.

Zubehör. An die Umwelt denken kann man auch bei Gartenzubehör wie Folien, Bindeschnüren, Regentonnen oder Pflanzgefäßen. Ideal sind kompostierbare und regional hergestellte Materialien. Schneckenzäune, die sich gut zur Abwehr der gefrässigen Gartenbewohner eignen, sollten zum Beispiel aus Stahlblech oder Kupfer sein.

- Mehr Informationen und Gratis-Downloads zum Thema „umweltfreundlich gärtnern“ gibt es im Internet: www.umweltberatung.at
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