Die Wochen der Erholung sind – für die meisten Berufsgruppen – vorbei. Mit frischen Kräften geht es wieder an die Arbeit. Jetzt kann dem Menschen wieder mehr abverlangt werden. Die Grenzen der Leistungsfähigkeit werden ausgereizt und hinausgeschoben. Arbeiten heißt es! Organisieren! Das zählt, dafür wird bezahlt. Wer nicht mithalten kann, hat Pech gehabt. Warum? Wenn ich die Bibel betrachte, so kennt sie die Unterscheidung zwischen Urlaub und Arbeitsjahr nicht; nur einmal die Klage „Es gibt im Krieg keinen Urlaub!“ (Klagelieder 8, 8). Im Zusammenfinden von Arbeit und Erholung liegt die Kunst des Lebens. Dass Arbeit den Menschen nicht auslaugt und ausbeutet, sondern etwas Aufbauendes für das Leben sein soll, und dass umgekehrt Urlaub auch etwas mit sozialer Verantwortung anderen gegenüber zu tun hat, das gilt es zu lernen. In Wahlkampfzeiten wird der Begriff des „fleißigen“ Österreichers bemüht, dem man nur ja nichts wegnehmen dürfe. „Fröhliche“ Österreicher/innen hingegen finden kaum wahlwerbende Fürsprecher. Dabei wäre es ein Ziel – dass Menschen glücklicher werden. „Arbeits-froh“ heißt es in der dritten Strophe der Bundeshymne – und hoffnungsreich. Eigentlich ein Programm – nicht nur für ein Arbeitsjahr.