Seit 50 Jahren: Maria-Namen-Feier des Rosenkranz-Sühnekreuzzugs in der Wiener Stadthalle
Ausgabe: 2008/37, Macht, Gebet, Rosenkranz-Sühnekreuzzug, Wiener Stadthalle, Maria-Namen-Feier, Wiener Stadthalle, P. Benno Mikocki, Torsten Hartung, Frieden in der Welt, Stadthalle
10.09.2008
Vor 50 Jahren verwandelte die Gebetsgemeinschaft „Rosenkranz-Sühnekreuzzug“ zum ersten Mal die Wiener Stadthalle zur größten Kirche Österreichs. Auch heuer werden zur Maria-Namen-Feier am 14. September an die 7000 Besucher/innen erwartet.
Unter dem Eindruck des notleidenden und besetzten Österreichs gründete der Franziskaner P. Petrus Pavlicek 1947 die Gebetsgemeinschaft „Rosenkranz-Sühnekreuzzug“. Das Gebet um die Freiheit Österreichs, um den Frieden in der Welt und der Gedanke der stellvertretenden Sühne für die Verbrechen der Nazizeit waren die zentralen Anliegen. Innerhalb weniger Jahre erreichte der Rosenkranz-Sühnekreuzzug eine halbe Million Mitglieder, die sich verpflichteten, täglich in diesen Anliegen zu beten. Zu ihnen gehörten auch die Nachkriegskanzler Leopold Figl und Julius Raab. An den rund um das Fest Maria Namen (12. September) veranstalteten „Sühneprozessionen“ nahmen bis 1954 bis zu 80.000 Menschen teil. Nach dem Abschluss des Staatsvertrages suchte P. Petrus nach einer Neuorientierung. Der damalige Bischof von Fatima bat ihn, das, was er für Österreich getan hat, nun für die Welt zu tun. Heute beten 700.000 Christen in 136 Ländern für Frieden und Versöhnung, für Gerechtigkeit und einen sorgsamen Umgang mit Gottes Schöpfung sowie für die Christen in Not und Bedrängnis. Aus den Sühneprozessionen für die Freiheit Österreichs wurde die „Maria-Namen-Feier“, die seit 1958 in der Wiener Stadthalle stattfindet.
Auch wenn die Zahl der Teilnehmer/innen an den Maria-Namen-Feiern gegenüber früheren Jahren zurückgehe, „Gründe, um für unsere Anliegen zu beten, gibt es gerade heute mehr als genug“, meint P. Benno Mikocki, der Nachfolger von P. Petrus. Nicht zufällig steht im heurigen Bedenkjahr das schwierige Thema Sühne, die Darbringung des eigenen Betens, Lebens und Leidens für die Schuld in der Welt, im Zentrum der Maria-Namen-Feier. Mit Spannung erwartet wird das „Zeugnis“ von Torsten Hartung. Der ehemalige Chef einer Autoschieberbande hat während seiner 14-jährigen Gefängnishaft den Weg zur Barmherzigkeit Gottes und zum Glauben gefunden.