Erdäpfel stillen nicht nur bei uns Hunger. Nach Reis, Mais und Weizen ist die Kartoffel das wichtigste Nahrungsmittel der Welt.
Seit mindestens 8000 Jahren wird die Kartoffel in Peru kultiviert. In Europa ist die Pflanze seit 500 Jahren bekannt, zuerst allerdings als Zierpflanze. Als Nahrungsmittel wurden Kartoffel vor etwa 250 Jahren erkannt.
Wertvoll. Die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat das Jahr 2008 zum „Internationalen Jahr des Erdapfels“ ausgerufen, um ins Bewusstsein zu bringen, wie wertvoll die braune Knolle ist. Erdäpfel sind so anpassungsfähig, dass sie beinahe überall auf der Welt gut gedeihen. Sie sind wichtig im Kampf gegen Hunger und Kindersterblichkeit.
Vitamine im Winter. Eine Portion Erdäpfel (15 dag) haben 107 Kalorien, die gleiche Menge gekochter Reis hat 170 Kalorien, Nudeln 260. Von „Dickmachern“ kann also keine Rede sein. Sie schmecken auch gut, wenn sie in ungesalzenem Wasser gekocht werden, und wirken entwässernd. Ein Viertel Kilo gekochter Erdäpfel liefert beinahe die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin C. Deshalb ist die „Zitrone des Nordens“ ein idealer Vitamin C-Versorger im Winter.
Lagerfähig. Erdäpfel sollen in der Schale in wenig Wasser gekocht oder gedämpft werden, damit nicht Vitamine und Mineralstoffe ausgeschwemmt werden. Zur Lagerung eignen sich späte Sorten. Der Lagerraum sollte dunkel und luftig sein mit 4 bis 6 Grad. Bei zu trockener Luft verschrumpeln die Knollen, bei mehr als 8 Grad beginnt rasch die Keimung. Ist es zu kalt, werden die Kartoffeln ungenießbar.
Sortenvielfalt. Weltweit gibt es mehr als 4000 verschiedene Erdäpfel-Sorten. Viele verschwinden, etwa weil Sorten, die schwer zu schälen sind, immer weniger angebaut werden. In Peru gibt es zum Beispiel einen Test, ob ein Mädchen heiratsfähig ist: Es muss eine „Schwiegermutter-Kartoffel“ schälen können (die hat fingerdicke, ineinander verschlungene Auswüchse).