- Mag. Franz Harant, Dipl. Ehe, Familien- und Lebensberater, Ehe- und Familienseelsorger
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Aus der Praxis: Michaela und Philipp,beide über dreißig, haben mit der Absicht, zu heiraten über eine Partnerschaftsvermittlung per Internet gesucht und einander gefunden. Es hat alles seriös begonnen und sich gut entwickelt. Siehaben sich zum Kennenlernen ausreichend Zeit gelassen und sind nach einem Jahr in eine gemeinsame Wohnung gezogen. Michaela hat ihre bisherige aufgegeben und Philipp ist mehr oder weniger aus der elterlichen Wohnung ausgezogen. Schon nach wenigen Wochen stellte sich jedoch heraus, dass ein großer Unterschied besteht zwischen dem einander Besuchen und dem ständigen Zusammenwohnen. Das Leben mit Philipp wurde für Michaela immer unerträglicher. Es waren nicht nur die alltäglichen Reibereien, sondern viel mehr die zu verschiedenen Lebensstile, die immer trennender wirkten. Weil es durch Philipp und besonders auch durch seine Mutter viele Kränkungen gab, hat Michaela schweren Herzens – sie investierte doch so viel Gefühl – die Notbremse gezogen und die Beziehung beendet. Nun zweifelt sie daran, ob sie jemals wieder einen Mann an sich heranlassen und lieben kann. Die Verletzungen sind zu tief gegangen. Sie hat Angst vor der Zukunft.
Trotz allem, was Philipp ihr angetan hat, stellte sich nach der Trennung bei Michaela Trauer darüber ein, dass sie die Beziehung so unversöhnt beenden musste.
Dieses Trauergefühl will ernst genommen und durchgestanden werden. Ebenso die Wut über die Enttäuschung, die ja eigentlich auf einer Täuschung beruht. Was anfangs aus der Sehnsucht nach einer Bindung auf Dauer und in der Verliebtheit noch übersehen wurde, zeigte sich bei tieferem Hinsehen immer deutlicher und schmerzhafter als Lebensrealität: Wir sind zu verschieden. Wir passen nicht zusammen. Wir können nicht miteinander leben.
Ent-Täuschung. Die Täuschung wurde durch den klaren Blick aufgehoben und zu einer schmerzhaften, aber letztlich vielleicht doch heilsamen Ent-Täuschung (= Befreiung von der Täuschung). Neben dem Hinschauen auf die Realität braucht es eine Aussöhnung mit diesem Teil der Lebensgeschichte. Was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden. Solche und ähnliche Erfahrungen können kaum jemandem erspart bleiben. Es geht darum, daraus etwas zu lernen. Michaela hat bereits damit begonnen.
Für sich selbst sorgen. Was Michaela gelungen ist, ist beachtlich. Sie hat für sich selbst gesorgt, indem sie das Verhältnis beendete. Diese gesunde Selbstliebe ist die Basis für jede weitere Liebe zu anderen. Es wird für Michaela auch in Zukunft wichtig sein, auf sich zu schauen. Michaela realisiert das bereits in der Weise, indem sie ihren Alltag so gestaltet, dass sie ihre innere Ruhe wieder findet. Ihr hilft dabei unter anderem der Sport, den sie in der Zeit mit Philipp vernachlässigte.
Wieder vertrauen können. Michaela hat ihre Geschichte einer Freundin anvertraut. Das hat die beiden einander näher gebracht. Dabei hat sie entdeckt, dass sie selbst das Maß der Nähe bestimmen kann. Diese Erfahrung ist ein wertvoller Schlüssel für weitere Beziehungen, auch für die Beziehung zu einem Mann.