Von Country infiziert, von warmem Soul durchströmt
CD-Tipp
Ausgabe: 2008/42, CD, Countr, Soul, Rauscher, Tipp
15.10.2008
- Klaus Rauscher
Die leiseste Band der Welt lässt wieder ein Lebenszeichen von sich hören. Lambchop haben dieser Tage mit „(Oh) Ohio“ bereits ihr zehntes Studioalbum veröffentlicht. Und da es in den letzten Jahren mit den Albumverkäufen bergab ging, wie heutzutage mit den Aktienkursen, haben sich Lambchop ein besonderes Zuckerl einfallen lassen. „(Oh) Ohio“ wurde in Deutschland der Oktober-Ausgabe des Rolling Stone, quasi als Geschenk, beigelegt. Dabei ist das neue Werk so gut, dass man ruhig ein paar „Kröten“ dafür locker machen könnte. Nach dem eher lauen „Damaged“ schließt „(Oh) Ohio“ an das kleine Wunderding „Is A Woman“ aus dem Jahre 2002 an: Während seiner Solotournee im letzten Jahr schrieb Sänger Kurt Wagner an einer Hand voll neuer Songs, die er dann mit seiner Band einspielte. Das Ergebnis sind elf filigrane, von Country infizierte Songs, die von warmem Soul durchströmt werden. Es ist diese unterschwellig drohende Düsternis, die dann doch noch vor den eigenen vier Wänden hält, während wir uns drinnen unter die Decke kuscheln, es ist dieser Breitwandsound aus Akustik- und Steelgitarren, Pianotupfern, Streichern und Backgroundchören, mit dem man Kinoleinwände bemalen könnte, die uns vor Faszination ganz ehrfürchtig werden lassen. Als Anspieltipp sei vor allem „Slipped Dissolved And Loosed“ genannt, welches mit etwas flotteren Gitarren doch noch etwas Bewegung in diese Zelebration der Langsamkeit bringt.Lambchop haben mit „(Oh) Ohio“ einen kleinen Sturm im Wasserglas erzeugt, der im Zeitlupentempo kleine Wellen schlagen lässt.
- Lambchop – (Oh) Ohio (erschienen bei City Slang)