Auch für Männer sind Beruf und Privatleben nicht „vereinbar“, sondern bestenfalls „kombinierbar“. Das meint Thomas Gesterkamp beim ersten Abend der Vortragsreihe von Kath. Männerbewegung und VHS Linz.
Für Männer und Frauen ist der Beruf zentraler Punkt im Leben geworden. „Kinder werden wegorganisiert, pflegebedürftige Angehörige sind nur noch lästige Verschiebemasse eines von Erwerbsarbeit dominierten Lebens“, beschreibt Thomas Gesterkamp unsere Gesellschaft. Der Autor ist selbst Vater einer Tochter und beschäftigt sich mit dem Thema „Männliche Arbeits- und Lebensstile“, über das er auch eine Doktorarbeit geschrieben hat.
Täglicher Kraftakt. In politischen Sonntagsreden sind Familien von größter Bedeutung, in den Werktagsreden ist die totale Flexibiliät in der Arbeitswelt gefragt. „Wenn die Erwerbsarbeit keine klaren Grenzen mehr kennt, wird die Abstimmung der verschiedenen Anforderungen zum täglichen Kraftakt – für Frauen, aber auch für Männer“, so Gesterkamp. Er sieht, dass sich heute auch männliche junge Führungskräfte nicht mehr allein mit tollen Dienstwagen oder teuren Tagungshotels ködern lassen. In Zukunft werden Unternehmen daran gemessen werden, ob sie eine Balance von Beruf und Privatleben ermöglichen.
- Weitere Termine der Männer-Vortragsreihe 2008: 3. 11.: „Gewaltige Kräfte – Über den Zusammenhang von Männlichkeit und Gewalt“, Dr. Erich Lehner. 10. 11.: „Männerseelen – Männer und das (un)heimliche Land der Gefühle“, Björn Süfke. 17. 11.: „Was Männer suchen – Suchtverhalten bei Männern“, Christoph Lagemann, Suchtpräventionsstelle des Landes OÖ. Beginn ist jeweils um 19 Uhr im Wissensturm der Stadt Linz (gegenüber Hauptbahnhof). Eintritt: Euro 7,–.