Ausgabe: 2008/45, Pro Oriente, Prokopius, Kathedrale, Prag, Zimbabwe, Riedegg
05.11.2008
Pro Oriente auf Prokopius’ Spuren
Eine Delegation der Stiftung Pro Oriente besuchte kürzlich das ehemalige Benediktinerkloster in Sázava bei Prag, dem Prokopius (970–1053) als Abt vorstand. Prokopius feierte neben der lateinischen auch die altslawische (byzantinische) Liturgie. Diese „ökumenische Tat“ endete nach Prokopius’ Tod mit der Vertreibung der Mönche, der Vernichtung ihrer Bücher und dem Verbot der slawischen Liturgie in Böhmen. Prokopius wurde dennoch 1204 heilig gesprochen und zählt neben Wenzel und Adalbert zu den Patronen Böhmens. Er ist ein „ökumenischer“ Heiliger, da er von Katholiken und Orthodoxen gleichermaßen verehrt wird. Die Pro Oriente-Gruppe traf daher auch mit Vertretern der orthodoxen Kirche heute zusammen. Der Protopresbyter der Kathedrale in Prag, Dr. Jaroslav Suvarsky, erläuterte die wechselvolle Geschichte der Kirche, in deren Krypta 1942 die Heydrich-Attentäter versteckt wurden. Das Versteck wurde verraten und von der SS gestürmt, der damalige Bischof Gorazd sofort hingerichtet, und weitere Mitglieder der Kirchenleitung im KZ Mauthausen ermordet.
Zimbabwe: Hungrige Milliardäre
Riedegg. Unvorstellbare 231.000 Prozent beträgt die Inflation in Zimbabwe, erzählt P. George Dube. Es gibt unzählige Milliardäre in seiner afrikanischen Heimat – die aber hungern. Er lächelt, weil man das in Europa nicht fassen kann. Wenn der Mariannhiller Missionar aber an die Lage Zimbabwes denkt, ist ihm nicht zum Lachen zumute: „Es wird jeden Tag schlechter. Das Hauptproblem ist der Hunger.“ Und das in der einstigen Kornkammer Afrikas. „Unsere Diözese hat Mais gekauft, als wir ihn verteilen wollten, kam die Polizei und hat uns das verboten“, erzählt P. George. Die Regierung sei selbst in der Lage, die Bevölkerung zu versorgen, so deren zynische Begründung. J.W.