Aus dem Erzherzogtum ob der Enns wurde am 2. November 1918 Oberösterreich, als der letzte kaiserliche Statthalter Freiherr von Handel zurücktrat und Landeshauptmann Prälat Johann Nepomuk Hauser eine provisorische Landesregierung bildete. Die Feier des runden Geburtstags Oberösterreichs wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst im Mariendom eröffnet. Diözesanbischof Ludwig Schwarz wies darauf hin, „dass vor 90 Jahren der Wille lebendig war, alle positiven Kräfte zu bündeln und so wurde der Grundstein für das Bundesland Oberösterreich heute gelegt.“ Superintendent Gerold Lehner erinnerte in seinen Worten an die zwei Aufträge, die der Mensch bekommen hat: „Bebauen und bewahren”. Gott stellt uns in die Welt, mit dem Auftrag zum Gestalten und „dass wir uns um die Welt mühen“. Kultur und Zivilisation sind die Folgen des Bebauens und so „hat der Mensch teil an der Kreativität Gottes“. Lehner erinnert aber auch an die zweite Seite, die „achtsam, schützend und erhaltend mit der Welt umgeht. Dieses Land ist im tiefen Sinne Schöpfung und nicht einfach Objekt unserer Bedürfnisse“. Am Gottesdienst im Mariendom nahmen annähernd 1000 Personen teil, darunter die gesamte Landesregierung mit Landeshauptmann Josef Pühringer, der den christlichen Kirchen für ihr Engagement dankte. Er bezeichnete sie als wesentliche Säule für das gute Klima in Oberösterreich.