Ausgabe: 2008/45, Peter Weish, Kopf der Woche, Humanökologe, AKW Zwentendorf, Atomkraftwerk, Zwentendorf, Zoologie, Atomenergie
05.11.2008
- Hans Baumgartner
Seine „erste Liebe“ galt der phantastischen Welt des Tierreichs (Zoologie). Doch sein Einsatz gegen das AKW Zwentendorf hat das Leben von Peter Weish verändert.
Die Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Zwentendorf vor 30 Jahren sieht Peter Weish als „Sternstunde“: „Damals haben nicht nur Mensch und Umwelt gewonnen, sondern auch die Demokratie “ (s. Zitat).
Verändert. Peter Weish hat in Wien Biologie, Chemie und Physik studiert. Als „sehr naturverbundener Mensch“ war er eher atomkritisch eingestellt. Verstärkt hat sich diese Haltung, als er als Mitarbeiter des Instituts für Strahlenschutz in Seibersdorf hinter die Kulissen der Atomtechnologie blicken konnte. In der Zwentendorfkampagne erarbeiteten Peter Weish und sein Freund Edi Gruber die harten wissenschaftlichen Fakten über die Risiken der Atomtechnologie. Weish wurde zum gefragten Experten im In- und Ausland. Nächtelang verbrachte er in Zügen, um im Laufe von zwei Jahrzehnten über 500 Vorträge und Diskussionen zu bestreiten. „Das hat meine Lebensplanung völlig verändert. Aber ich habe dabei so viele einmalige Menschen kennengelernt, die mir bis heute Mut machen, dass wir diese Welt menschlicher und ökologischer gestalten können, wenn wir nur wollen. Jede/r Bürger/in, jede Gemeinde, jedes Land kann damit heute anfangen“, meint Peter Weish, der seit Jahren an Wiener Universitäten Humanökologie und Umweltethik lehrt. 20 Jahre war Weish Berater der Deutschen Bischofskonferenz; mit der ARGE-Schöpfungsverantwortung ist der ehemalige Wiener „Stadtökologe“ eng verbunden (siehe auch unter Panorama).
Univ.-Doz. Dr. Peter Weish: „Zwentendorf war auch eine Schule der Demokratie. Nie zuvor gab es vor einer Wahl so viele Informationen, nie zuvor haben so viele unterschiedliche Gruppierungen zusammengearbeitet. Da ist nicht nur bei mir ein neues Selbstbewusstsein gegenüber ,Mächtigen‘ gewachsen, zur eigenen Verantwortung zu stehen.“