Eine Menge Post ist wieder da. Die Anschrift aufgedruckt, der Absender auch. Kostengünstig und zeitsparend versandt. Es sind die schnellen Anliegen, die an einen herangetragen werden – meist an viele zugleich. Doch dann und wann: Ein Brief mit handgeschriebener Adresse, eine echte Briefmarke darauf. Könnte einer der Bettelbriefe sein, wie sie findige Agenturen mit täuschend echt aussehenden Computer-Handschriften versehen. Doch der Brief im Kuvert ist echt. Zittrig die Schrift. Da hat sich jemand Mühe gemacht. Diesen Brief habe nur ich bekommen. Es baut jemand auf mich – hofft vielleicht.Jetzt ist die Zeit, in der sehr viele Anliegen an einen herangetragen werden. Spendenorganisationen setzen auf die vorweihnachtliche Offenheit. Das Positive: Viele zugleich können wirksamer helfen. Die Schattenseite: Wo als hilfsbedürftig nur in den Blick kommt, was einem von großen Organisationen oder Medien als hilfsbedürftig präsentiert wird, geht die Aufmerksamkeit für den Einzelnen verloren. Menschen haben eine Verantwortung für das, was sie erlebt und gesehen haben, vor allem für Menschen, denen sie in ihrem Leben begegnet sind. Es ist die Handschrift des Nächsten, die nach einer Antwort verlangt. Vieles lässt sich delegieren. Helfen nicht.