Kopf der Woche: P. Gabriel Mejía, Romero-Preisträger
Ausgabe: 2008/46, Kämpfer, Straßenkinder, Pater Gabriel Mejia, Sei So Frei, Männerbewegung, KMB, Kinder, Jugendliche, Romero-Preisträger, Escobar, Kolumbien
12.11.2008
- Susanne Huber
Kinder und Jugendliche von den Straßen Kolumbiens wegzubringen, ist oberstes Ziel von Pater Gabriel Mejía. Für seinen großartigen Einsatz in diesem Bereich wird er am 15. November mit dem Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung ausgezeichnet.
Sie kommen meist aus zerrütteten oder armen Familienverhältnissen – Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben. Konfrontiert mit Gewalt und Drogen müssen sie jeden Tag ums Überleben kämpfen. So auch in der kolumbianischen Stadt Medellín, eine der gefährlichsten Metropolen weltweit. Einer, der sich dort mit viel Liebe um diese Kinder kümmert und ihnen die Chance auf ein besseres Leben gibt, ist der Clarentiner-Pater Gabriel Mejía. „Die meisten Kinder und Jugendlichen nehmen Drogen und haben Verhaltensprobleme. Viele waren in gewalttätigen Straßenbanden. Natürlich braucht es im Umgang mit ihnen eine Menge an Disziplin und Ordnung“, so Mejía, Projektpartner der entwicklungspolitischen Aktion SEI SO FREI der Katholischen Männerbewegung.
Chance. Sein erstes Heim für Straßenkinder hat Pater Mejía 1984 in Medellín gegründet; in einer Zeit, in der die Stadt unter dem Einfluss des Drogenhändlers Pablo Escobar stand. Mittlerweile gibt es bereits 49 Heime, in denen über 3000 Jugendliche, darunter auch Kindersoldaten, verköstigt, medizinisch betreut und eingeschult werden. Zur Seite steht den jungen Menschen ein professionelles Betreuerteam aus Psychologen/innen und Sozialarbeitern/innen, das mit ihnen gemeinsam ein neues Lebenskonzept entwirft. Dass „jedes Kind eine unendliche Chance darstellt“, davon ist Pater Mejía, der auch als Berater des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung arbeitet, überzeugt.
- www.seisofrei.at
Pater Gabriel Mejía: „Wir haben 49 Heime, in denen die Kinder essen und schlafen können und medizinisch betreut werden. Mit Liebe und Konsequenz arbeiten wir mit den Mädchen und Buben sehr ernsthaft an ihrem Lebensplan.“