Papst Franziskus hat das römische „Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie“ zu einer Neuorientierung aufgerufen. Die Einrichtung, die als Denkfabrik der traditionellen kirchlichen Morallehre gilt, müsse „die nötige Öffnung der Intelligenz des Glaubens für die seelsorgerische Aufgabe des Nachfolgers Petri unterstützen“, sagte er vergangene Woche in einer Audienz für die Angehörigen des Instituts. Es gehe darum, auf Ebene der Lehre und der Seelsorge die Wahrheit und Schönheit des Schöpfungsplans Gottes für die heutige Zeit zu lesen und zu interpretieren, sagte der Papst in seiner Ansprache.
Ablehnung
Im Umfeld der zwei Bischofssynoden über Ehe und Familie (2014/15) hatten sich Vertreter des Instituts wiederholt ablehnend über Veränderungen oder Weiterentwicklungen der kirchlichen Morallehre geäußert – insbesondere in Bezug auf den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Der Papst entschied damals, keinen Vertreter der konservativen Einrichtung zur zweiten, größeren Synode einzuladen.