Ausgabe: 2009/04, Energiereserven, Fellinger, Leitartikel, Gas, Russland, Gaskrise, Versorgungskrise, Europa
21.01.2009
Diese Woche soll das Gas wieder aus den Weiten Russlands strömen, um Wärme und Energie in die Häuser und Fabriken Europas zu liefern. Es ist gut so, denn auf den Ausfall dieser Energiereserve war Europa nicht vorbereitet – und vor allem die Ärmsten etwa in Rumänien haben es bitter gespürt. Alternativen sind nicht so schnell zu schaffen, wie man dies wünschen würde. Trotzdem. Jetzt ist die Zeit, eine Wegentscheidung zu treffen: Wird Europa künftigen Generationen die Energiereserven auf Pump entwenden? Oder entscheidet man sich ernsthaft für den Weg der erneuerbaren Energie? Der erste Weg wäre die Sackgasse. Beim zweiten ist Geduld gefragt, denn ein Ziel ist nicht schon erreicht, wenn man es ins Auge gefasst hat. Da beginnt erst der Weg. Je mehr Konsumenten ihr Verhalten ändern, desto eher wird die Wende möglich sein – und desto näher wird man auch dem Ziel kommen. Die alte Botschaft, mit der man Menschen versprochen hat, Energie so bequem wie möglich frei Haus zu liefern, war trügerisch. Zukunftsträchtiger ist der Weg, der Menschen auch etwas zumutet. Die größten Energiereserven liegen nicht in den Weiten Sibiriens verborgen. Sie liegen zu einem wesentlichen Teil bei den Menschen selbst – in ihrer Bereitschaft zur Sparsamkeit.