Ausgabe: 2009/04, Dietmar W. Winkler, Christentag, Kopf der Woche, Päpstlicher Einheitsrat, Ökumene, steirischer Katholikentag, Kirchenhistoriker, Universität Salzburg, Ökumeniker, Pro Oriente, Philipp Harnoncourt, Grigorios Larentzakis
21.01.2009
- Hans Baumgartner
Im Dezember nahm Dietmar Winkler erstmals an der Vollversammlung des Päpstlichen Einheitsrates teil. Die Ökumene ist ihm seit Jugendtagen ein Anliegen.
Es war der steirische Katholikentag 1981, der den damals 18-jährigen Dietmar Winkler für die Ökumene wach gemacht hat. „Ich konnte nicht verstehen, warum man keinen gemeinsamen Christentag feierte, wo doch die Kirchen immer von Frieden, Versöhnung und Miteinander reden.“ Während des Studiums in Graz weckten dann der orthodoxe Theologe Grigorios Larentzakis und der Liturge Philipp Harnoncourt Winklers Interesse für die orthodoxen und orientalischen Kirchen. Ein Forschungsprojekt über alte Hymnen und Gebete machte es notwendig, dass Winkler innerhalb von zwei Jahren Hebräisch, Syrisch und Koptisch lernte. „Das war schon eine ,blutige‘ Zeit“, erinnert sich Winkler. „Aber im Beten der Kirchen sieht man am besten, was und wie sie glauben. Und um das wirklich zu verstehen, muss man die Sprachen können.“
Heute ist der an der Uni Salzburg wirkende Kirchenhistoriker und Ökumeniker ein anerkannter Experte für die Theologie der orientalischen Kirchen, die sich im 5. Jahrhundert (Konzil von Chalcedon) getrennt haben. Seit 2004 ist Winkler als einziger Laie Mitglied der offiziellen katholisch-orientalischen Dialogkommission. In der Stiftung „Pro Oriente“ leitet er die orientalisch-orthodoxe Studiengruppe. Seit 2008 ist Winkler offizieller Berater (Konsultor) des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und „verbindet Geist und Körper“ im asiatischen Kampfsport „Taekwondo“.
Dr. Dietmar W. Winkler: „Dass mir der Orient einmal so nahe kommen würde, habe ich im Bubenalter nicht geahnt. Ich war ein glühender Leser aller Kara-Ben-Nemsi-Abenteuer von Karl May. Seine Winnetou-Geschichten haben mich hingegen gar nicht interessiert.“