Wintersport ist Ausdruck von Lebensfreude und Freude an der Bewegung in frischer Luft. Er kann aber auch Leid verursachen – durch Unfälle und Beeinträchtigung der Natur.
„Alpenperlen“ nennen sich mittlerweile 23 Gemeinden/Regionen in sechs Ländern, vier von ihnen sind österreichische Orte, darunter auch Hinterstoder. Die Alpenperlen wurden mit dem Mobilitätspreis 2008 für ihre Bemühungen um den sanften Tourismus ausgezeichnet. Sie haben sich viel einfallen lassen, damit Gäste ohne Auto mobil und klimaschonend Erholung pur genießen können. So fördern sie das sanfte Vergnügen, das zum Fairgnügen wird. Ein weiteres Wintersport-Umweltanliegen spricht Landesrat Josef Stockinger an. Er appelliert: „So verlockend die verschneiten Hänge außerhalb der Schipisten doch sind, will man der Flora und Fauna in den Bergen nicht schaden, sollte es am Rand der präparierten Pisten ‘Stopp’ heißen.“
Man könnte auch Bahn fahren
„Ein französischer Gast“, erzählt die Konditorin und Privatvermieterin Franziska Gollner, „ist extra aus Paris nach Hinterstoder gekommen, weil Hinterstoder zu den ,alpine pearls’ gehört.“ Eine Frau aus Hinterstoder unterstreicht, während sie in der Konditorei Kaffee trinkt: „Perle der Alpen – das passt zu uns!“
Hinterstoder und weitere 22 Alpenorte in sechs Ländern nennen sich „Alpenperlen“. Die österreichischen Alpinperlen wurden Gesamtsieger 2008 des VCÖ-Mobilitätspreises (Verkehrsclub Österreich). Hinterstoder ist erst seit zwei Jahren „Alpenperle“. Jetzt gilt es, alle Aufgaben zu erfüllen. Vizebürgermeisterin Angelika Diesenreiter erklärt, dass Hinterstoder schon vor dem Beitritt zur Gemeinschaft der Alpenperlen 80 Prozent der Auflagen erfüllt hat, die im Wesentlichen auf sanften Tourismus abzielen.
Freitag, elf Uhr. Parkplatz Hinterstoder. Ein Automeer döst in der Sonne. Aber noch ist reichlich Platz. In den Weihnachtsfeiertagen und an Wochenenden quillt der Platz oft über. Man könnte auch mit der Bahn nach Hinterstoder fahren. Die Gemeindeverantwortlichen bemühen sich, dass in Zukunft zumindest 20 Prozent der Gäste öffentlich anreisen. „Ein ehrgeiziges Ziel“, betont die Vizebürgermeisterin. Im Winter ist die Idee des sanften Tourismus schwerer zu vermitteln. Das gibt auch Werner aus Wels am Parkplatz Hinterstoder zu: „Ich bin mit dem Auto da, da bin ich flexibler, kann auch kurzfristig das Ziel ändern. Außerdem ist es mit allem Gepäck bequemer.“ Urlauber, die ein paar Tage oder länger bleiben, kann man leichter zum Umstieg auf Öffis bewegen.
Ski- und Wanderbus sowie Wandertaxi. „Wir garantieren, dass ein Gast mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut anreisen kann. Dazu bieten wir ein spezielles Service“, sagt Angelika Diesenreiter. Gute und schnelle Zugverbindungen sind eine Grundvoraussetzung. Ideal ist das Zusammenspiel mit dem örtlichen Busunternehmen Riedler, das – auf den Fahrplan abgestimmt – Abhol- und Zubringerfahrten zum Bahnhof durchführt und Wanderer, wo immer sie wollen, mit dem Wandertaxi zum ermäßigten Preis abholt. Die Benutzung von Ski- und Wanderbus ist kostenlos. Insgesamt hat die Gemeinde in die Wanderbarkeit viel investiert und 15 bestens beschilderte Wanderrunden angelegt. Weitere Anreize sind eine gute Unterstützung bei der Suche nach idealen Verbindungen mit Bus und Bahn sowie das Gepäckservice.
Kein Remmidemmi-Ort. Dass sanfter Tourismus möglich ist, davon sind die Verantwortlichen in Hinterstoder überzeugt. „Wir sorgen dafür, dass der Gast im Ort auch ohne eigenes Auto mobil ist“, sagt Vizebürgermeisterin Diesenreiter. Eine wichtige Voraussetzung ist die klare Positionierung: „Wir wollen kein Remmidemmi-Ort sein, wir wollen Ruhe und Erholung in einer intakten Umwelt bieten.“ „Alpenperle, das passt zu uns!“, sagt wie der Kaffeegast im Gollner auch die Vizebürgermeisterin Angelika Diesenreiter.
Mobilitätspreis
Der Verkehrsclub Österreich schreibt jährlich den Mobilitätspreis aus. Der Gesamtsieger 2008 wurden die damals (Herbst 2008) 22 Gemeinden aus sechs Alpenländern, die unter der Dachmarke „alpine pearls“ ihre touristischen Angebote gemeinsam bewerben.
- www.vcoe.com
Alpenperlen
Die Auszeichnung „Alpine Pearls“ haben derzeit 23 Alpen-Gemeinden in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Slowenien und der Schweiz. Es sind Alpenperlenwegen des sanften Tourismus. Wer hier Urlaub macht, kann es nachhaltig, klimaschonend und dennoch höchst bequem tun.
In Österreich tragen bisher vier Orte die Bezechnung Alpenperle: Werfenweng, Wildkogel – Neukirchen, Mallnitz und Hinterstoder. Sie haben unterschiedliche touristische Schwerpunkte, aber gemeinsam ist ihnen: Wer mit Bus oder Bahn anreist oder am Urlaubsort das Auto stehen lässt, ist dennoch bequem mobil.
- www.alpine-pearls.com
Hinterstoder
Hinterstoder hat ungefähr 1000 Einwohner und 1200 Gästebetten, alle in kleineren und mittleren Betrieben. „Wir bräuchten auch ein, zwei größere Hotels“, denkt Vizebürgermeisterin Angelika Diesenreiter an die Zukunft. Es fiele dann leichter, größere Gruppen, wie etwa den Weltcup-Tross, unterzubringen. Die Anstrengungen zum sanften Tourismus und die Pyhrn-Priel-Card mit attraktiven Vergünstigungen sind eine wichtige Säule für Hinterstoders Tourismus.