Wir verschrotten mit öffentlicher Hilfe Autos und verkaufen das als Beitrag für die Umwelt. Es stimmt schon, dass neue Autos weniger Treibstoff brauchen, aber ihre Produktion benötigt eine ganze Menge an Energie und Rohstoffen. Da ist es wahrscheinlich für die Umwelt günstiger, ein älteres Modell noch ein paar Jahre zu nutzen. Und für die rund 170.000 Beschäftigten in der Auto- und Zulieferindustrie ist die Verschrottungsaktion ohnedies nur eine ziemlich teuere Beruhigungspille. Da hilft ihnen sicher mehr, wenn man einen Teil von ihnen auf Zukunftsberufe umschult. Pflegeberufe wären solche. Aber da müsste endlich auch ein Finanzierungsmodell auf die Beine gestellt werden. Das wäre ein Konjunkturpaket!
Hans Baumgartner
Zurück auf den Boden der Realität
Während in manchen Teilen der Erde Menschen frieren, unter Kälte leiden und daran sterben, herrscht im südlichen Australien Hitze bis zu 47 Grad. Die hohen Temperaturen und starker Wind haben die schwersten Waldbrände in der Geschichte des Landes ausgelöst und bisher mindestens 84 Opfer gefordert. Im Norden Australiens hingegen werden die Menschen von Überschwemmungen heimgesucht. Angesichts solcher Meldungen – egal ob es sich um klimabedingte Katastrophen, Armut, Menschenrechtsverletzungen oder kriegerische Auseinandersetzungen handelt – erscheinen allerlei Alltagsprobleme, die uns vielleicht zusetzen oder nerven, harmlos und nichtig. Manchmal ist innehalten und nachdenken nötig, um auf den Boden der Realität zurückzukehren.