Es gibt Dinge, die kann man nicht erzwingen. Liebe nicht. Freude nicht. Vertrauen auch nicht. Manchmal wäre Misstrauen gesünder gewesen. In der Geschichte Österreichs hat man das oft erst im Nachhinein erkannt. Ob Vertrauen gesund ist oder nur blind – so sicher kann man sich im Menschlichen nie sein. Oberösterreichs Dechanten haben mehrheitlich bekannt, dass sie ihrem künftigen Weihbischof nicht vertrauen können. Das hat Aufsehen erregt, doch es ist gut, dass sie es gesagt haben. Wichtig ist, dass es in der Kirche möglich ist – sogar gewünscht: wenn Misstrauen da ist, dann muss man es sagen. Vertrauen entsteht auf dem gemeinsamen Weg. Im Fall des Windischgarstener Pfarrers Gerhard Wagner hat es diesen Weg des Kennenlernens nicht gegeben. Jetzt liegt es an Rom, dass jemand ernannt wird, der auf Vertrauen bauen kann. Ob Wagner wegen des öffentlichen Drucks seine Ernennung zum Bischof zurückgelegt hat? Dass vom Vatikan dieser Rücktritt postwendend – noch am Sonntag – angenommen wurde, muss Gründe haben. Vielleicht war es dieser: Dass Kirche nur im Miteinander möglich ist. Sie lebt von Menschen, die aufbauen. Sie verträgt auch Provokateure – doch nicht im Bischofsamt.