Kopf der Woche: Mag. Roland Schönbauer, UNHCR-Sprecher
Ausgabe: 2009/08, Asyl-Mythen, Kopf der Woche, Roland Schönbauer, UNCHR, Flucht, Flüchtlinge,
18.02.2009
- Susanne Huber
„Flucht ist nie freiwillig.“ – Unter diesem Slogan startete das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR am 16. Februar eine österreichweite Informationsinitiative zum Thema Asyl. Um Vorurteilen und Mythen entgegenzuwirken, sagt UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer.
„Ein Flüchtling ist ein Mensch, der herausgerissen wurde aus seinem Leben. Niemand flieht freiwillig“, betont Roland Schönbauer, Leiter des UNHCR-Büros in Österreich. Aus diesem Grund wirbt das UN-Flüchtlingshochkommissariat mit Unterstützung der Agentur Reichl und Partner derzeit für mehr Verständnis für das Schicksal von Flüchtlingen in Österreich – auf Plakaten, in Radio- und Fernsehspots oder im direkten Dialog. „Echte Flüchtlinge und Asylsuchende stoßen in Österreich deshalb auf so wenig Verständnis, weil sich die Menschen hier nicht vorstellen können, dass jemand Hals über Kopf alles liegen und stehen lassen muss, um irgendwo anders Zuflucht zu finden und so das nackte Überleben zu sichern“, sagt Schönbauer. Daher wolle man aufklären, „was Flucht für einen Menschen bedeutet; wer flieht, braucht Asyl; wer Asyl braucht und sucht, ist kein Schwindler.“
Mythen. Häufig gelten Menschen, die über die grüne Grenze gekommen sind, als unehrlich. „Das ist ein Trugschluss. Gerade echte Flüchtlinge können in vielen Ländern der Erde wie etwa Somalia nicht den Weg auf eine Botschaft machen, um ein Visum zu beantragen. Flüchtlinge, die um ihr Leben bangen, schlagen oft aus Verzweiflung Wege ein, die zunächst dubios erscheinen. Deshalb appellieren wir an die Menschen, ihre voreingenommene Haltung zu hinterfragen“, sagt Roland Schönbauer. Die Kampagne läuft bis Ende März.
Informationen gibt es unter: www.unhcr.at
Mag. Roland Schönbauer: „Wir wollen mit dieser Initiative die Bevölkerung dazu einladen, Vorurteile, die sie schon hundert Mal über Asylsuchende gehört haben, nicht gedankenlos nachzuplappern sondern zu hinterfragen. Vieles, was über Asylwerber geredet wird, stimmt nicht. Daher ist es mir ein großes Anliegen, das größtmögliche Verständnis für Flüchtlinge in Österreich zu erwirken.“