Ausgabe: 2009/09, Kraft der Vergebung, Matthäus Fellinger, Fastenzeit, Buße, Petrus
25.02.2009
Es ist gut, dass sie da ist – die Fastenzeit. Sie hilft, sich neu zu orientieren auf dem Weg, den Christen gehen sollen. Eingeladen ist dazu jeder und jede Einzelne – und die Kirche als Ganze. Bei den jüngsten Irritationen um die Piusbruderschaft und um die zurückgezogene Weihbischofsernennung ist das besonders hilfreich. Fastenzeiten sind Zeiten der Buße – Zeiten, in denen man sich für das Bessere entscheidet und es einübt. Dabei weiß die Kirche um einen Schatz, der in der Politik oder in der Wirtschaft wenig Platz hat: die Vergebung. Es gibt keine Schuld, die nicht vergeben werden könnte, wenn Reue da ist. Sonst bleibt Schuld an Menschen hängen — ein Leben lang. Gesetze sind gnadenlos. Ein dunkler Fleck in der Vergangenheit verbaut – wenn er aufkommt – die Zukunft. Wie anders in der Kirche. Ein Verfolger wie Paulus wird Apostel der Völker. Ein Verleugner wie Petrus wird zum „Fels“, auf dem die Kirche gebaut ist. Dass es Vergebung gibt – das macht die Stärke der Kirche aus. Nicht die Schuld – die Vergebung hat das letzte Wort. Wichtig ist nicht nur, wie stark man ist, sondern vor allem, wie man mit Schwächen umgeht – denen der anderen und auch mit den eigenen.