Ausgabe: 2009/09, Ventil, Dampfablassen, Kopf der Woche, Stephan Bazalka, Auftreten statt Austreten, Katholische Jugend, Internetplattform, aufbauen statt abhauen
25.02.2009
- Hans Baumgartner
„Wir haben gemerkt, da brodelt und kocht es unter den Jugendlichen ganz gewaltig“, sagt Stephan Bazalka. Mit einer Internet-Plattform wollte er ein Ventil schaffen und zum Auftreten statt Austreten einladen.
Ihn selber haben die umstrittenen Entscheidungen in der Kirche um die Piusbrüder und den Linzer Weihbischof auch geärgert, meint Stephan Bazalka (25). „Ich habe aber erst im Gespräch mit Freunden und Kollegen von der Uni und mit Leuten, die in den Pfarren Jugendarbeit machen, gemerkt, wie sehr diese Vorgänge junge Menschen verstören, frustrieren und erregen. Da haben mir Leute, die seit Jahren in der Kirche aktiv mittun, gesagt, dass sie jetzt überlegen zu gehen“, erzählt Bazalka. Für ihn und seinen – ebenfalls ehrenamtlich in der Katholischen Jugend (KJ) engagierten – Freund Florian Unterberger war das das Startzeichen, „dass wir etwas tun müssen“.
In kürzester Zeit programmierte der Medieninformatiker Bazalka eine Internetplattform, die zwei Ziele hatte: „Wir wollten ein Ventil schaffen, wo die Leute Dampf ablassen können – etwa über T-Shirt-Sprüche. Und wir wollten Statements sammeln, die mit dem Satz ,Ich bleibe in der Kirche, weil …‘ beginnen.“ Ein vielfach gehörter Spruch von Jugendlichen, die „Kirche ist echt zum Speiben“, war zunächst provokanter Namensgeber der Homepage. „Nach dem Rücktritt von Weihbischof Wagner wollten auch wir mit einem neuen Namen (Aufbauen statt abhauen) ein positives Signal setzen“, erzählt Bazalka. Inzwischen wurde die Homepage ein Renner. Fast minütlich gibt es Eintragungen.
- www.aufbauen-statt-abhauen.at
Stephan Bazalka: „Ich habe mit Freunden diese kritische und auch durchaus freche, grundsätzlich aber positive Kampagne gestartet, weil uns die Kirche ein Anliegen ist. Und ich meine, es ist doch Aufgabe der Jugend, gerade dann, wenn es Zoff gibt, das einmal deutlich zu sagen, was uns nicht gefällt. Das schafft Luft für ein neues Ja.“