Wenn man in den vergangenen Monaten Diskussionen mit Wirtschaftsleuten, Bankern oder Politikern hörte, dann ist das Ritual (fast) immer dasselbe: Da wird – je nach Nützlichkeit oder Gemütslage – die Wirtschaftskrise als eine der „schwersten seit dem Krieg“ beschworen; dann geht es um die Notwendigkeit von Banken- und Konjunkturpaketen und das gemeinsame Handeln Europas; und schließlich tun die meisten so, als ob es nach ein, zwei oder drei Jahren wieder so weiterginge, wie es vor der Krise war – mit ein paar Auflagen für die „bösen“ Finanzmärkte. Stimmen, die diese Krise auch als grundsätzliche Infragestellung einer Wirtschaftsphilosophie sehen, die auf ständiges Wachstum setzt, werden beharrlich beiseite geschoben. So geht die Krise aber in die nächste Runde. Mit Sicherheit.
Hans Baumgartner
Der Diktator lässt sich feiern
Während Simbabwes Wirtschaft am Boden ist, die Menschen hungern, keine Arbeit haben und unter der größten Cholera-Epidemie in der Geschichte Afrikas leiden, feierte der simbabwische Staatspräsident Robert Mugabe am 21. Februar luxuriös seinen 85. Geburtstag – extravagant, mit Hummer, Kaviar und Champagner, wie für einen Machthaber angemessen. Dass die Situation in seinem Land immer dramatischer wird, scheint ihn nicht zu berühren. Sieben Millionen Simbabwer sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, die Cholera ist nicht unter Kontrolle. Was sich in seinem Land abspielt, will der Diktator lieber nicht sehen – er lässt sich lieber feiern.