Auch Inder, Chinesen, Menschen aus dem arabischen Raum, ein Mönch, eine Nonne begegenen einem binnen weniger Meter des Gangs durch die „Biofach 2009“ in Nürnberg. Hier traf sich von 19. bis 22. Februar die Welt bei der Messe für Bioprodukte.
Die Zeiten haben sich gewandelt. Aus dem Spleen bio ist ein respektabler, rasch wachsender Markt geworden.
Biopionier Oberösterreich. Agrar- und „Genussland Oberösterreich“-Landesrat Dr. Josef Stockinger wurde bei seinem Besuch auf der Biofach 2009 von einer Anzahl Journalisten begleitet. Stockinger informiert bei der gemeinsamen Anfahrt, dass unser Bundesland die Wiege des Biolandbaues ist. Schon 1988 zahlte die Agrarpolitik einen ökosozialen Direktzuschuss – damals 3.000 Schilling pro Betrieb und Jahr. – Heute sind es 285 Euro pro Hektar Bio-Ackerfläche und bis zu 240 Euro für Bio-Grünlandflächen. „Biolandbau ist aufwändiger“, sagt der Landesrat, daher brauche es für einen gerechten Preis die Flächenprämien. Heuer wird die Zahl der Biobauern in unserem Bundesland 4.000 erreichen. Jeder achte Bauer ist ein Biobauer, in Deutschland ist es nur jeder zwanzigste! Der Marktanteil der Bioprodukte im Supermarkt steigt stetig. Lag er 2003 bei knapp vier Prozent, wird er heuer sechs Prozent erreichen. „Über Österreich ist die Idee ins Ausland gekommen, dass bio auch im Supermarkt gut positioniert werden kann“, sagt Stockinger.
Biologisches Wachstum. Auf 49.000 Quadratmetern präsentierten 2900 Aussteller, darunter etwa 100 aus Österreich, Bioprodukte und Naturkosmetik-Ware. Beeindruckend ist, wieviele österreichische Firmen ausstellen und mit welchen Produkten sie vertreten sind. Aus Österreich sind nach Deutschland die meisten Besucher und von Österreich kommen nach Deutschland, Italien und Spanien die meisten Aussteller. Tenor: Die Wirtschaftskrise ist kaum zu spüren, bio bleibt im Trend! Zweistellige Zuwachsraten sind nicht selten.
Brot ist billiger als Bier. Die Delegation mit Landesrat Stockinger besucht unter anderem die Biohofbäckerei Mauracher, die sortenreich Brot und Gebäck präsentiert. Ist bio jetzt in der Wirtschaftskrise nicht zu teuer?, wird Geschäftsführer Josef Eder gefragt. Nein sagt er, der Bio-Kunde sei ein bewusster Kunde und schätze Qualität. „Außerdem kostet ein Kilo Brot weniger als ein Kilo Bier!“ Hubert Leeb, ehemaliger Landwirtschaftslehrer aus Schlierbach, ist ein anderer Unternehmer, der in Nürnberg ausstellt. Sein Betrieb verarbeitet Bio-Ziegen- und Schafmilch. 1991 hat er mit einer Ziege begonnen, jetzt arbeitet er mit 74 oö. Biobauern zusammen und verarbeitet mit elf Mitarbeiter/innen 2,5 Millionen Liter Milch. Er liefert in ganz Europa aus. Die Oberösterreich-Delegation labt sich zwischendurch am Kapsreiter-Stand bei einem Biobier.
Zur Sache
Biobetriebe
Landesrat Stockinger besuchte bei der „Biofach 2009“ mit der Journalistengruppe oö. Aussteller. Zum Beispiel . . .
Bio-Hofbäckerei Mauracher GmbH: Der Mauracher Hof beschäftigt 68 Mitarbeiter/innen und arbeitet mit 90 Biobauern aus der Region zusammen. - Pogendorf 8, 4152 Sarleinsbach, www.mauracherhof.com
Sonnberg, Mühlviertler Alm Biofleisch GmbH: Der einzige Fleischarbeiter, der ausschließlich Bioprodukte herstellt. - 4273 Unterweißenbach 168, www.biofleisch.biz
Molkerei Lembach: Die Molkerei ist Marktführer mit einer eigenen Marke – „besser bio“ –. Bei den 48 Produkten liegt der Schwerpunkt auf Joghurt. Großverbraucher und der Biofach-handel sind die Kunden. - Molkereistraße 10, 4132 Lembach, www.biomolkerei.com
Leeb Biomilch GmbH: Rund um den Spezialisten für die Verarbeitung von Ziegen- und Schafmilch haben Ziegenbauern eine Existenz aufbauen können. - 4553 Schlierbach, www.leeb-milch.at
backaldrin: Der Backmittelhersteller exportiert in 70 Länder. Eigentümer Peter Augendopler hat mit dem Kornspitz von Ja! Natürlich das meistgekaufte Bio-Produkt. - Kornspitzstr. 1, 4481 Asten, www.backaldrin.com