Der Gründer der katholischen Basisgemeinschaft Sant\Egidio, Prof. Andrea Riccardi, hat vor einer Gefährdung der Menschenrechte in der globalen Krise gewarnt. Die Verteidigung der Menschenrechte werde „immer mehr unter den Tisch gekehrt und der Verteidigung eigener Rechte, der Rechte der herrschenden Klasse untergeordnet“, sagte Riccardi kürzlich in Rom. Zugleich beklagte er, heute hätten allzu viele Menschen unter dem „Schwindel der Globalisierung“ zu leiden. Als Beispiel für eine Verschlechterung der Menschenrechtslage nannte Riccardi den Umgang mit Roma und Sinti in mehreren europäischen Ländern. In Italien gehört dies zu den derzeit heftig innenpolitisch umstrittenen Themen. Gerade Staaten, die Globalisierung hochhielten und davon wirtschaftlich profitierten, beschränkten die Zuwanderung auf Kosten von Freiheitsrechten. Kritik daran werde zusehends als politisch unkorrekt betrachtet. Dabei sei es bereits politisch unkorrekt, überhaupt davon zu sprechen. Warnend verwies Riccardi auch auf ein Anwachsen des Antisemitismus im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 1929. Riccardi erhält im Mai den „Karlspreis der Stadt Aachen“.