Ob beim Alkohol, Kaffee oder dem eigenen Auto – Möglichkeiten des Verzichts gibt es viele. Beim Kulturgenuss wäre Fasten jedoch fehl am Platz. Denn gerade jetzt ist Hochsaison für Kunst im Kirchenraum bzw. die künstlerische Auseinandersetzung mit religiösen Themen. Ein Streifzug.
Den alten Brauch des Fastentuchs hat die Pfarre Maria Puchheim mit zeitgenössischer Kunst gepaart. So wird der Hochaltar in der Wallfahrtsbasilika von Aschermittwoch bis zur Karwoche durch ein Fastentuch verhüllt. Gestaltet wurde das Tuch von Künstler/innen der Lebenshilfe Oberösterreich in Gmunden. Für jede der Fastenwochen haben sie ein Bild gemalt, das den Inhalt des Sonntagsevangeliums zum Thema hat. Fünf großformatige Bilder sind es in Summe. Die Bilder sollen Hilfe bei einer kleinen Verschnaufpause im Alltag sein. Für die Betrachter/innen ist allwöchentlich eine kurze Beschreibung des jeweiligen Werkes aufgelegt. Auch die Pfarre Großraming setzt einen Kunstschwerpunkt in der Zeit vor Ostern. Neben den bekannten Kreuzwegstationen in der Kirche ist ein moderner Kreuzweg des Künstlers Hans Plank zu sehen. Es sind großformatige Holzschnitte, die der Künstler 1978 geschaffen hat und die auf konzentrierte Weise das Wesentliche ausdrücken: Grobe Körperumrisse, die in ihrer Haltung Schmerz, Last und das Gebrochensein ausdrücken. Die starke Wirkung entsteht durch den Schwarz-Weiß-Kontrast: Schwarz als Farbe des Todes, der Trauer. Weiß als Zeichen der Erlösung.
Brauchtumsausstellung in Wels. Wer sich mit dem österlichen Brauchtum intensiv beschäftigen will, ist bei der Ausstellung „Passion und Auferstehung“ in der Burg Wels an der richtigen Adresse. Diese zeigt von 4. März bis 26. April Brauchtum sowie alte und neue Kunst im Osterkreis. Die Gedenk- und Festtage dieser Zeit, die Gebräuche und die Religiosität fanden ihren Ausdruck in den großen Werken der Baukunst, Malerei, Skulptur, Dichtung und Musik. Der Verein der Welser Krippenfreunde hat zum Osterkreis über 100 Exponate zusammengetragen: historische Kunstwerke ebenso wie zeitgenössische Darstellungen vom Einzug Jesu in Jerusalem, über das Letzte Abendmahl, Karfreitagsgeschehen bis hin zur Darstellung der Auferstehung und des Osterereignisses. Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, samstags von 14 Uhr bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 16 Uhr.
Landschaften und Leidenschaften. Mit religiösen Themen beschäftigt sich der Mühlviertler Maler Bernhard Mittes. In seiner Bad Leonfeldener Galerie zeigt er Werke wie „Holz des Kreuzes“, „Kreuzschau“ „Dornengekrönt“ und „Der Auferstandene“, die die Auseinandersetzung von Mittes mit dem Leben und Sterben Jesu widerspiegeln. Die Ausstellung kann bis einschließlich 20. Juni nach telefonischer Voranmeldung (Tel. 07213/87 73) besichtigt werden. Die Fotografien von Gerlinde Miesenböck aus der Serie „Landschaften: Finnland“ sind im Rahmen von „Kunst in der Krypta“ in der Linzer Ursulinenkirche bis einschließlich Karfreitag zu sehen. Gezeigt werden sie jeweils am Sonntag ab 19 Uhr vor der Messe um 20 Uhr.