Ausgabe: 2009/10, Wirtschaft, Krise, Wirtschaftskrise, Fasten, Rudolf Diesel
04.03.2009
Man bekommt ja fast schon ein schlechtes Gewissen,wenn man trotz Wirtschaftskrise auch noch vom Fasten redet. Dass man verzichten soll, wenn es doch darum geht, den Wirtschaftsmotor endlich wieder flott zu bekommen. Vom Wirtschafts-„Motor“ spricht man bezeichnenderweise. Es war im Jahr 1892, als der Buchbindersohn Rudolf Diesel das Patent für die von ihm erfundene „Wärmekraftmaschine“ erhielt. Die Erfindung des Elektromotors wird zwar ein halbes Jahrhundert früher angesetzt, doch in beiden Fällen handelt es sich um sehr junge Technologien. Die letzten Jahre zeigen, wie abhängig die ganze Wirtschaft davon geworden ist. Ohne Motoren läuft nichts mehr. Aber vielleicht muss auch die Wirtschaft wieder das Gehen lernen – den langsameren, weil dem Menschen angemesseneren Schritt. Das ist die eigentliche Herausforderung: unter Bedacht auf die verfügbaren Rohstoffe nur so viel zu verbrauchen, dass kommende Generationen nicht vor einer verbauten und verbrauchten Erde stehen. Fasten ist nicht nur erlaubt, es eröffnet auch Zukunft. Wer bei seinen Dingen immer schon beim ersten Kratzer auf Ersatz aus ist, wird auch die Lebensspuren der Menschen schwerer annehmen können.