Der Sonntag soll als „wöchentlicher Ruhetag“ geschützt werden. Dazu haben fünf EU-Parlamentarier eine neue Initiative gestartet. Laienrat, Sonntagsallianz und Familienverband rufen dazu auf, diesen Vorstoß zu unterstützen.
Nachdem die Verankerung des Sonntags als „vorrangiger Ruhetag“ in der neuen Arbeitszeitrichtlinie der Europäischen Union gescheitert ist, haben fünf Abgeordnete aus vier Fraktionen eine neue Initiative gestartet. Sie haben im EU-Parlament eine Erklärung eingebracht, in der die Mitgliedsländer und die europäischen Institutionen aufgefordert werden, in ihren Rechtsvorschriften den „Sonntag als wöchentlichen Ruhetag“ zu schützen. Der freie Sonntag wird darin als „tragendes Element des europäischen Sozialmodells und Teil des europäischen Kulturerbes“ bezeichnet. In der Erklärung werden zwei weitere Punkte besonders hervorgehoben: der Gesundheitsschutz und die Förderung der Vereinbarkeit von Arbeits- und Familienleben. Dabei weisen die Abgeordneten auf eine Studie der Europäischen Arbeitsorganisation hin, wonach Arbeitnehmer mit einem regelmäßigen freien Wochenende deutlich weniger krank sind. Die Bedeutung des Sonntags als arbeitsfreien Tag begründet die Erklärung auch damit, dass die europäische Gesetzgebung den Sonntag als wöchentlichen Ruhetag für Kinder und Heranwachsende vorgibt. Das mache im Hinblick auf das Familienleben nur Sinn, wenn an diesem Tag auch die Eltern frei haben, unterstützt der Katholische Familienverband den Vorstoß der EU-Parlamentarier.
Auffordern. Die Erklärung zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags erhält den Status einer offiziellen Verlautbarung des EU-Parlaments, wenn sie bis 7. Mai von der Mehrheit der Abgeordneten (394) unterschrieben wird. Daher appellieren die Sonntagsallianz, der Katholische Laienrat und der Familienverband an die 18 österreichischen EU-Abgeordneten, diese Initiative zu unterstützen. Sie rufen Organisationen und Einzelpersonen dazu auf, die österreichischen Abgeordneten zu kontaktieren und zur Unterschrift aufzufordern.
- Die Erklärung im Wortlaut und die Liste der österr. EU-Abgeordneten: