Die UN-Sonderberichterstatterin für Religionsfreiheit, Asma Jahangir, hat Gesetze über missionarische Tätigkeit abgelehnt. Solche Gesetze waren etwa in einigen indischen Bundesstaaten verabschiedet worden. Die aus Pakistan stammende Menschenrechtsanwältin sieht die große Gefahr, dass diese Gesetze zu Instrumenten gegen religiöse Minderheiten werden. Jahangir sagte bei einer Tagung der deutschen kirchlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (Iustitia et Pax) und des „Zentrums für Interreligiöse Studien“ der Universität Bamberg, solche Gesetze widersprächen meistens dem Gedanken der Gewissens- und Religionsfreiheit. Die Verantwortlichen der Religionsgemeinschaften müssten akzeptieren, dass nicht nur der Wechsel zu ihrer Religion geschützt sei, sondern auch die Entscheidung, sie zu verlassen oder Atheist zu werden, so die UN-Sonderberichterstatterin. Auch die Verpflichtung für Bürger, den eigenen Glauben in offiziellen Dokumenten offenlegen zu müssen, widerspreche der Religionsfreiheit, sagte Jahangir.