Eine Pilgergruppe aus Oberösterreich erlebte in den Semesterferien den Weg von Galiläa nach Jerusalem. Auf dem Weg trug der Schauspieler Franz Strasser das Markusevangelium vor.
Zwischen der Erfahrung der Wüste und der Hektik Jerusalems spannt sich der Lebensbogen Jesu. Die Fastenzeit ist wie ein bewusster Gang in die Wüste, um den richtigen Weg zu erspüren – und Gewissheit zu bekommen für den Weg zurück in das alltägliche Leben. Von einer ganz anderen Wüstenerfahrung erzählt der Film „7915 km“ von Nikolaus Geyrhalter. Er schildert das Leben der Menschen, die an der Route der Ralley Paris – Dakar leben. Zwei Welten prallen aufeinander.Die Angst vor „Verwüstung“ dessen, was bisher Sicherheit bot, ist angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise vielen Menschen in die Knochen gefahren. Wo über das verträgliche Maß hinaus gelebt und konsumiert wird, droht Verwüstung.
Der Kraft des Wortes vertrauen
Der Schauspieler Franz Strasser zeigte seine szenische Darstellung des Markusevangeliums an den „Schauplätzen“ im Heiligen Land
Kein Zergliedern und Deuten, sondern die biblischen Texte allein standen im Zentrum der Heilig-Land-Reise mit dem Schauspieler Franz Strasser. Die Pilgergruppe war berührt von der Kraft, die die Worte der Schrift entfalten – wenn man ihnen nur Raum gibt.
Franz Strasser hat sich mit szenischen Darstellungen von biblischen Texten einen Namen gemacht. Mit dem Buch Kohelet, den Psalmen und dem Markusevangelium ist er seit Jahren in Pfarrsälen und Kirchen unterwegs. Schon längere Zeit trug er den Wunsch in sich, das Markusevangelium an „Originalschauplätzen“ in Galiläa und Jerusalem zu spielen. Natürlich birgt es ein Risiko, an Orten aufzutreten, die man nicht kennt, und Gegebenheiten vorzufinden, die man nicht verändern kann. Doch der Mut, eine „ganz andere“ Pilgerfahrt zu unternehmen, hat sich gelohnt. Die Gruppe mit Franz Strasser hat um einige heilige Stätten weniger gesehen als andere und so manche geschichtliche Erklärung war vermutlich ein wenig kürzer – aber die Reduktion war für die Reiseteilnehmer/innen kein Nachteil. Sie hat Platz für den Bibeltext gemacht. „Wenn man auf Steinen inmitten einer blühenden Wiese sitzt und die Bergpredigt hört, da wird man einfach in ihren Bann gezogen“, sagt Anna Austaller aus Neukirchen bei Altmünster.
Der Himmel verfinsterte sich. Wie überraschend neu man Bibelstellen erlebt, die man in und auswendig zu kennen meint, hat Alois Stockhammer aus Braunau erfahren: „Mich hat ergriffen, am Ölberg zu stehen, während Franz Strasser die Ankündigung der Zerstörung des Tempels und die Rede über die Endzeit vorgetragen hat. Das ging tief.“ Auch das Wetter war auf Seiten der Pilgergruppe. Am Dach des Österreichischen Hospizes, das an der Via Dolorosa (Kreuzweg) und in Sichtweite der Grabeskirche liegt, lauschten sie der Passionsgeschichte. Da verfinsterte sich der Himmel und ein Sandsturm zog über die Stadt, erzählt Sr. Adelgund Heininger von den Franziskanerinnen.
In der Spur Jesu. Von Galiläa nach Jerusalem – den Weg Jesu nachzugehen, wie er im Markusevangelium beschrieben wird, war das Ziel der Pilgerreise. Die Bibeltexte, die Franz Strasser dabei vorgetragen hat, werden in den Heilig-Land-Wallfahrer/innen noch lange nachklingen.