Die Diözese Linz hat eine spannungsgeladene Zeit hinter sich. Jetzt soll der Weg der Einheit gesucht und gestärkt werden. Das ist Anliegen des Pastoralrates und auch des Diözesanbischofs Dr. Ludwig Schwarz. Die KirchenZeitung bringt bis Ostern Impulse des Diözesanbischofs, wie er sie im diesjährigen Fasten-Hirtenbrief darlegt.
Ortskirche und Weltkirche
Wir lesen im Neuen Testament, wie schon unter den verschiedenen Ortskirchen von damals Einheit bestand, die durch Austausch von Hilfen und Informationen, durch Reisen und gastliche Aufnahme bezeugt wurde, und vor allem durch das feste Bekenntnis zum gleichen Glauben, zu den gleichen Sakramenten, zu der von den Aposteln eingeführten disziplinären Praxis, die einmütig angenommen und von ihren Nachfolgern ständig erneuert wurde.Die Apostelgeschichte informiert uns, wie von Jerusalem aus die Ausbreitung des Evangeliums begann und neue Gemeinden an verschiedenen Orten gebildet wurden. Diese Gemeinden, die das Evangelium annahmen, bezogen sich weiter auf einen Mittelpunkt, auf eine Mutterkirche, die damals Jerusalem war – der Ort, wo in der ersten Zeit Petrus mit den anderen Aposteln lebte und wirkte.
Einheit heute. Auch wir sind aufgerufen, heute die gleiche Erfahrung von Einheit zu machen: Es kann keine Ortskirche geben, die nicht in Gemeinschaft mit den anderen steht, die sich nicht den Leiden und Freuden der anderen Ortskirchen öffnet, die nicht versucht, gemeinsam mit den anderen vor der Welt von heute die bleibenden Werte des Evangeliums zu bezeugen. Es kann keine Ortskirche geben, die nicht eine aufrichtige Gemeinschaft mit dem Sitz Petri pflegt. So wird deutlich, dass die einzelne Diözese bzw. Teilkirche, wenn sie ihr eigenes Leben führt, gleichzeitig das Leben der Weltkirche lebt: der Kirche, die in der ganzen Welt eine einzige ist. Jede Vielfalt ruht in dieser Einheit. Und jede Vielfalt ist eine echte Bereicherung, wenn sie sich aus der Einheit mit den anderen ergibt und diese aufbaut.