Von Polarisierung ist die Rede, von Lagern und Flügeln. „Zu wem gehörst du?“, ist eine wichtige Frage geworden. Da wüsste man gleich, was man von ihm erwarten kann, ob es gut ist, ihn zum Freund zu haben oder ob man ihm besser aus dem Wege geht. Am Ende der Fastenzeit, wenn die Begebenheiten um Sterben, Tod und Auferstehung Jesu in Erinnerung gerufen werden, wird diese Frage gestellt. „Du bist auch einer von ihnen, deine Mundart verrät dich!“ sagen sie zu Petrus – und dieser weist den „Verdacht“ entrüstet von sich. Dann kräht der Hahn.
Die „Mundart“ des Petrus … das war die Redensart derer, mit denen Jesus beisammen waren. Wer zu ihm gehört, spricht anders. Da kann Petrus sich nicht mehr im Schutz seiner Gruppe verstecken. Er selbst sollte für seinen Glauben einstehen, und war – noch – nicht mutig genug. Der Weg der Mitte soll gesucht werden, meinen jetzt viele. Doch die Mitte liegt nicht in einem bloßen Sich-aufeinder-Zubewegen. Das könnte – mit Petrus – die Mitte der Feiglinge sein. Sie liegt dort, wo Menschen der Frage an Petrus – dem Verdacht der Zugehörigkeit zu Jesus – standhalten. Im Gericht werden die Menschen nicht gruppenweise abgefertigt. Die Frage wird einzeln gestellt.