Der Applaus vom Boulevard und den Stammtischen war ihr sicher. Bildungsministerin Claudia Schmied hat die Botschaft via Medien überbracht, dass Österreichs Lehrer künftig zwei Stunden mehr unterrichten sollen. Was verschwiegen wird: inklusive Vorbereitungszeit sind das vier Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche. Zwar hat Schmied nach den heftigen Lehrerprotesten gegen die Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung am Wochenende in der ORF-Diskussion „Im Zentrum“ groß angekündigt: „Kein Lehrer, der heute im System ist“, verliert seinen Job. Diese Worte klingen für die Betroffenen jedoch wenig tröstlich. Weder will Schmied von den zwei Stunden Mehrarbeit abrücken, noch ist die Sparmaßnahme in eine wirkliche Bildungsreform eingebettet, die die Rahmenbedingungen für die Lehrenden verbessert. Dazu kommt, dass die angeordnete Mehrarbeit ein Jobkiller ist. Eine höhere Arbeitslosigkeit unter den Jungakademikern würde zwangsläufig die Folge sein. Zynisch wirkt in diesem Zusammenhang Schmieds Argument, die Lehrer müssten in Zeiten der Wirtschaftskrise (die im Übrigen von Banken und Börsen ausgelöst wurde) ihren Beitrag leisten. „Damit es möglichst allen schlecht geht“, könnte der Slogan zu dieser Politik lauten. Wem sollte damit geholfen sein? Wie praktisch zudem, dass jobsuchende Jungakademiker in der Regel nicht in der Arbeitslosenstatistik aufscheinen. Anstatt den Neid auf die Lehrer zu schüren, wären Investitionen in die Bildung gefragt. Die Rechnung für die verfehlte Politik wird die gesamte Bevölkerung begleichen müssen. Auch von jenen, die sich jetzt über die Misere der Lehrer freuen.