Am 13. März jährt sich der Todestag von Kardinal Franz König zum fünften Mal
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11.03.2009
- Interview: Susanne Huber
Sowohl Annemarie Fenzl als auch Wolfgang Moser waren Wegbegleiter von Kardinal Franz König. Im Gedenken an ihn haben sie ein neues Buch herausgebracht. Als langjährige Büro-Leiterin des Kardinals spricht Annemarie Fenzl über die Hintergründe.
Was hat Sie bewogen, dieses Buch herauszugeben? A. Fenzl: Ich denke, fünf Jahre nach Kardinal Franz Königs Tod ein Buch über ihn zu veröffentlichen ist ein guter Zeitpunkt, denn viele junge Leute kennen ihn nur mehr aus Erzählungen; das II. Vatikanische Konzil geht auch langsam in die Geschichte ein und er war ja ein großer Zeuge des Konzils. Daher wollen wir die großen Linien seines Lebens in einem Buch in Erinnerung rufen.
Ein Kapitel im Buch heißt „Lebensrituale“. Worum geht es da? A. Fenzl: Kardinal König war davon überzeugt, dass in der Schöpfung eine große Ordnung steckt. Er war ein Mensch, der sein Leben konsequent aufgebaut, durchstrukturiert und gelebt hatte, immer im Bewusstsein, dass er ein Wanderer ist auf dem Durchgang. Er war unglaublich konzentriert, ruhig, bewusst, unaufgeregt und angstfrei. Wir haben gemerkt, wenn wir ihn so beobachtet haben, dass es ein Lebensrezept ist, das da dahinter- steckt. Und das soll nicht verloren gehen.
Welche Kernpunkte zeigen Sie noch auf? A. Fenzl: Es sind Signale für heute, sage ich immer, die vom Buch ausgehen. Ein solches Signal ist etwa das II. Vatikanische Konzil, das für Kardinal König eine der wichtigsten Zeiten seines Lebens und die Grundlage seines Denkens und Handelns gewesen ist. Ein besonderes Anliegen war ihm, nicht nur über das Konzil zu reden, sondern auch die Texte zu lesen und darüber zu sprechen. Weitere Signale sind sein Mut machendes Kirchenbild und seine seelsorgerische Arbeit. Er hat immer gesagt, seine Hauptberufung sei es, Seelsorger zu sein. Dieses Buch ermöglicht ihm, vielleicht, auch noch über den Tod hinaus dieser Seelsorger zu sein, indem die Leute lesen, was ihm wichtig war.
Kardinal König war auch ein Brückenbauer. A. Fenzl: Ja, er hat immer den Weg der Mitte geschafft, stets das Gemeinsame über das Trennende gestellt. Er war davon überzeugt, wenn du mit einem Menschen redest, mit dem du glaubst nicht zu können, gibt es trotzdem einen kleinsten gemeinsamen Nenner. Damit fängst du an und so kommt eine Beziehung zustande. Ich glaube, das war der Grund, warum er mit so vielen verschiedenen Menschen reden konnte.
Was ist für Sie das verbleibende Vermächtnis von Kardinal König? A. Fenzl: Die Verbindung zu Gott nicht zu verlieren, nie zu vergessen, dass wir nur unterwegs sind. Kardinal König hat immer gesagt, der Tod ist der wichtigste Moment im Leben eines jeden Menschen. Wir wissen nie, wann er kommt, aber es ist wesentlich, darüber nachzudenken. Wir verdrängen das sehr oft. Wenn das Leben vom Tod her aufgerollt wird, bekommt es erst einen großen Wert. Das Gebet war für Kardinal König die Verbindung zu Gott und hat ihn getragen. Er hatte keine Furcht, weder vor Menschen noch vor Situationen. So ist sein Vermächtnis für mich: wenn man betet und auf Gott vertraut, hat man keine Angst. Darum haben wir den Titel des Buches auch „Anregungen für ein angstfreies Leben“ genannt.
- Buchtipp: „Kardinal Franz König. Woher komme ich? Wohin gehe ich? Anregungen für ein angstfreies Leben.“ Von Annemarie Fenzl und Wolfgang Moser. Verlag Styria, 2009, Euro 16,95.