Mehr Geld für den Bildungssektor und mehr Mitbestimmung der Schüler/innen fordert Igor Mitschka vom Verein Coole Schule.
Stell dir vor, es wird über die Bildung diskutiert und die Schüler/innen dürfen mitreden und mitbestimmen. Was in Österreich noch Utopie ist, wird in den skandinavischen Ländern längst praktiziert, wie Igor Mitschka erzählt. Der Obmann des Vereins Coole Schule ist deshalb verärgert, wie die derzeit stattfindende Diskussion über die Verlängerung der Unterrichtspflicht für Lehrer/innen abläuft: „Wie immer, wenn es um Schule geht, sind wir Schüler/innen die Letzten, die gefragt werden – und das, obwohl wir diejenigen sind, die in der Schule sitzen und von all den Reformen betroffen sind“, sagt Mitschka. Der 17-jährige Gymnasiast aus Wien hat eine klare Meinung zur derzeitigen Debatte: „Die Umsetzung der spärlichen Schulreformen, die von der Unterrichtsministerin angedacht sind, ist das Mindeste, was wir uns von der Regierung erwarten“. Konkret heißt das etwa die Einführung einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen. Es sei die Aufgabe der Bundesregierung, ausreichend Geld für die Bildung zur Verfügung zu stellen. Mitschka: „Bei den Banken oder der Autoverschrottungsprämie ist ja auch Geld da. Aber wenn es um unsere Schule und unsere Zukunft geht, geizt der Finanzminister“.
Motivierte Lehrer/innen. Die Verlängerung der Unterrichtspflicht komme für Mitschka jedenfalls nur als „befristete Notlösung“ zur Finanzierung der Reformen in Frage. Prinzipiell lehne der Verein den Vorschlag der Ministerin aber ab. Mitschka betont: „Wir Schüler/innen sitzen zwischen dreißig und vierzig Stunden pro Woche in der Schule – ohne Vor- und Nachbereitungszeit. In dieser Zeit wollen wir von motivierten Lehrer/innen unterrichtet werden, die uns individuell fördern und mit uns Projekte machen. Und die Verlängerung der Unterrichtspflicht wäre eine Maßnahme, die diese engagierten Lehrer/innen vor den Kopf stößt, und zusätzlich noch jene öfters auf uns loslässt, die einen unvorbereiteten, langweiligen und autoritären Unterricht machen“.
Respektvoller Umgang. Der Verein Coole Schule fordert, dass in der Ausbildung der Lehrer mehr Augenmerk auf die soziale Kompetenz gelegt wird. Mitschka: „Wir wollen, dass alle Lehrer/innen respektvoll mit den Schüler/innen umgehen. Das ist derzeit nicht immer der Fall“.Außerdem solle man damit aufhören, dass jeder Lehrer werden kann, der will, meint der Schüler: „Nicht jeder ist für diesen Beruf geeignet“.