Der Vatikan wird auf das Internet als Nachrichtenquelle aufmerksamer achten, hat Papst Benedikt XVI. in seinem jüngsten Brief an die Bischöfe angekündigt. In der Tat: Das Internet verändert die Kommunikation in der Kirche nachhaltig.
Nicht einmal seit einer halben Generation gibt es das Internet. Auch aus dem kirchlichen „Betrieb“ ist es kaum mehr wegzudenken. Doch so sehr das Internet die Kommunikation erleichtert, so sehr birgt es Schattenseiten. Kaum sonst wo ist es so leicht, Gerüchte in die Welt zu streuen. Erzkonservative Anbieter haben in den jüngsten Kirchenkonflikten eine wichtige Rolle gespielt. Das Internet entzieht sich vielfach nicht nur der kirchlichen Autorität. Auch mit der ethischen Verpflichtung zur Wahrheit nimmt man es nicht immer genau. Die Betreiber bleiben häufig anonym. Nirgendwo ist es daher so leicht zu lügen wie im Internet – mit weltweiter Wirkung. Unter dem Deckmantel der Religion werden oft nur Privatinteressen verfolgt. Bei Pornografie ist der Ruf nach Schutzmaßnahmen längst laut geworden. Doch Missbrauch gibt es auch beim Umgang mit der Wahrheit.