Am 28. August ist der Gedenktag des heiligen Augustinus. Er ist einer der größten Theologen der Kirche, das aber enthob ihn nicht vom Tagesgeschäft als Bischof: er hatte sich mit Parteiungen innerhalb der Kirche herumzuschlagen. Als Fundament für die Einheit formulierte er eine prägnante Formel. Sie wurde in den letzten Monaten oft in Linz zitiert. Bei der Auslegung des ersten Johannesbriefes schreibt Augustinus: In necessariis unitas (im Notwendigen Einheit), in dubiis libertas (im Zweifel Freiheit), in omnibus caritas (in allem aber die Liebe). Etwas mehr als 1600 Jahre später – im Kirchenkampf – greift der evangelische Theologe Karl Barth auf diese Formel zurück. Die „Deutschen Christen“ unterstützten die Politik der Nationalsozialisten, dagegen formierte sich die Bekennende Kirche. Barth, Vordenker der Bekennenden Kirche, brachte auf einen Nenner, was gefragt war: „In necessariis keinen Schritt zurückweichen“ – das hieß konkret: Festhalten am Bekenntnis zu Christus. „In dubiis sich nichts anmerken lassen“ und schließlich so der Pfeifenraucher Karl Barth: „In omnibus die Pfeife nicht ausgehen lassen“. Das Augenzwinkern, mit dem Barth Augustinus abwandelt, macht die Formel des Bischofs gleich noch ansprechender.