Ausgabe: 2009/42, Caritas, Solidarität, Kampf, Söllradl, Gewald, Projekt
14.10.2009
- Paul Stütz
Sensibilität für die Not anderer, Solidarität mit Schwächeren, Kampf gegen Rassismus. Seit zehn Jahren bringt die youngCaritas Jugendliche mit diesen Themen in Kontakt.
Wir verändern Sichtweisen. Mit diesem Motto will die youngCaritas zum Hinterfragen von Vorurteilen anregen. Besonders beim Ausländerthema ist das wohl das Gebot der Stunde. Rassismus ist zwar kein Jugendphänomen, aber sehr wohl bei der Arbeit mit Jugendlichen spürbar, wie Mag. Judith Söllradl erzählt. Die Bildungsreferentin der youngCaritas ist viel an Oberösterreichs Schulen unterwegs, um Workshops über Armut, Gewalt und Rassismus zu halten. So hilft sie den Jugendliche etwa auch dabei, der allgegenwärtigen Hetze gegen Ausländer etwas entgegensetzen zu können. Gemeinsam werden die Funktionsweisen von Stammtischparolen aufgedeckt. „Mir ist wichtig, Bewusstsein zu schaffen für die Entstehung von Vorurteilen und die Möglichkeit, ,anders sein‘ als gewinnbringend zu betrachten“, sagt Söllradl. Schließlich sei auch jede Österreicherin und jeder Österreicher außerhalb seiner Landesgrenze Ausländer/in.
Soziale Jugend. Davon, dass junge Menschen für neue Perspektiven offen sind, ist Söllradl überzeugt. „Jugendliche haben sehr viel zu sagen. Ich erlebe die heutige Jugend sowohl als sozial engagiert und vor allem interessiert als auch sehr kritisch und hinterfragend, was ihre eigene Position in unserer Gesellschaft betrifft“, betont die Pädagogin.
Projektvermittler. Dabei sorgt die youngCaritas dafür, dass das soziale Engagement nicht graue Theorie bleibt, sondern in die Tat umgesetzt wird. Es gibt dazu einen Katalog mit 28 verschiedenen Projekten, die zeitlich befristet konkret in Caritas-Einrichtungen durchgeführt werden können. „Jugendgruppen und Schulklassen haben die Möglichkeit, sich ein Projekt ihrer Wahl auszusuchen“, berichtet Judith Söllradl. Die youngCaritas stellt den Kontakt her bzw. begleitet während des Projektes. Einen weiteren Schwerpunkt der Organisation bildet die Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“, bei der man einer der Hauptträger ist. „Es ist schön zu sehen, dass soziales Engagement keine Grenzen kennt“, meint Söllradl. Zum Beispiel bei einer Jugendgruppe, die im letzten Herbst einen Freizeitraum im Flüchtlingshaus Bad Zell gestaltete und sich seither immer wieder für die Menschen im Flüchtlingshaus einsetzt.Was die Jugendlichen dabei lernen? Söllradl: „Jeder Mensch hat die Möglichkeit, eigenverantwortlich und sozial zu handeln, um die Welt ein Stück zu verbessern. Das ist gewinnbringend für beide Seiten.“