Man stelle sich vor: In die Voest werden weder Kohle noch Erz aus dem Ausland angeliefert. Zimt und Kaffee sind in österreichischen Geschäften nicht mehr zu finden. Ohne die Produkte aus fremden Ländern wäre das Leben schwer vorstellbar.
Am 18. Oktober ist „Sonntag der Weltkirche“. Auch die Kirche gewinnt ihre Wahrheit nur im Austausch mit der ganzen Weltkirche. Die Grenzen zwischen einer reichen und einer armen Kirche brechen auf und beginnen zu fließen. Die afrikanische Christin, das Kind aus dem indischen Dorf, die alten Leute in Kasachstan: sie alle haben von Gott her denselben Lebensanspruch. Ihre Erfahrungen sind nicht minder bedeutend wie die von mitteleuropäischen Kirchenbesuchern.Selbstgenügsamkeit ist in diesem Sinn eine falsche Tugend. Niemand soll sich selbst genug sein. Lange haben auch europäische Christen in der Überheblichkeit gelebt, dass sie selbst um das Ideal wüssten, während andere ihrem Beispiel folgen sollten. Mehr und mehr wird deutlich: gerade von den Erfahrungen der Armen können die reichen Gesellschaften lernen. So wichtig sind sie wie Erz und Kohle, Zimt und Kaffee.